Glasgow

Klimaschutz: Deutschland sagt 700 Millionen für Südafrika zu

Kohlekraftwerk Medupi in Südafrika
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Das Kohlekraftwerk Medupi in Südafrika bei Sonnenuntergang.

Fast 90 Prozent seines Stroms gewinnt Südafrika aus der Kohle-Verbrennung. Einige Staaten bei der Weltklimakonferenz kündigt nun an, dem Land beim Weg zu sauberen Energiequellen zu unterstützen.

Berlin - Deutschland will 700 Millionen Euro investieren, um den Ausstieg aus der Kohleverstromung in Südafrika zu unterstützen. Das teilten Vertreter von Bundesumwelt- und Bundesentwicklungsministerium am Dienstag bei der Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow mit.

Die Mittel sind Teil einer neuen Energie-Partnerschaft mit Südafrika, der sich auch Großbritannien, die USA, Frankreich und die EU angeschlossen haben. Insgesamt sind in den kommenden fünf Jahren 8,5 Milliarden US-Dollar an Unterstützung vorgesehen, ein Großteil davon als Kredite. Auch private Mittel und Mittel der Weltbank wollen die Partner mobilisieren, um den Einsatz neuer sauberer Technologien, einschließlich grünem Wasserstoff, in Südafrika zu fördern.

Die Zusagen aus Deutschland steuert mit 670 Millionen vor allem das Bundesentwicklungsministerium bei, die restlichen 30 Millionen Euro übernimmt das Bundesumweltministerium.

Es gehe auch darum, einen sozial verträglichen Wandel für den Ausstieg aus der Kohle-Energiegewinnung in Südafrika zu ermöglichen, betonte Maria Flachsbarth, geschäftsführende Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesentwicklungsministerium, am Dienstag. Mehr als 90 000 Minenarbeiter seien in Südafrika im Einsatz und müssten beim Übergang zur sauberen Energiegewinnung unterstützt werden, erklärte Flachsbarth. Deutschland wird nach Angaben der Ministerien die südafrikanischen Bergbauregionen bei der ökologischen Sanierung von Minenstandorten unterstützen. Es sei auch wichtig, gerade Frauen und Jugendlichen neue berufliche Perspektiven zu bieten.

Die noch amtierende Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) lobte die neue Partnerschaft als Vorzeigeprojekt. „Ein erfolgreicher Kohleausstieg in Südafrika hat das Potenzial, eine Blaupause für andere Regionen zu werden“, sagte Schulze.

Der geschäftsführende Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hatte zuvor betont, dass Südafrika bislang fast 90 Prozent seines Stroms aus der Kohle beziehe. Die neue Partnerschaft unterstütze den Ausstieg aus der fossilen Verbrennung und den Einstieg in erneuerbare Energien, erklärte Müller. Insgesamt hält er ein „radikales Umsteuern“ und eine „weltweite Energiewende“ für nötig, um die Erderhitzung auf ein halbwegs erträgliches Maß zu begrenzen. dpa

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