Kohl für Friedensnobelpreis nominiert

Oslo - Für den Friedensnobelpreis gibt es im Jahr 2012 231 Nominierungen. Unter den Kandidaten ist unter anderem auch Alt-Kanzler Helmut Kohl.

Unter den 231 Kandidaten sind auch 43 Organisationen, wie das Nobelkomitee in Oslo am Montag mitteilte. Es sei aber keine Rekordzahl, sagte der Leiter des Komitees, Geir Lundestad, der Nachrichtenagentur dpa. „Die höchste Zahl gab es im vergangenen Jahr mit 241 Nominierungen.“

Auch Helmut Kohl nominiert

Unter den diesjährigen Kandidaten sind nach Berichten des norwegischen Rundfunks NRK die inhaftierte frühere ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko, und Bradley Manning, der US-Soldat, der von Washington für die Weitergabe Hunderttausender Botschaftstelegramme an die Enthüllungsplattform Wikileaks verantwortlich gemacht wird. Dazu kommen die Ägypterin Maggie Gobran, eine koptische Christin und Chefin der Hilfsorganisation Stephen's Children, sowie altgediente Staatsmänner wie Alt-Kanzler Helmut Kohl und der ehemalige US-Präsident Bill Clinton.

Fakten rund um den Nobelpreis

Acht Fakten rund um den Nobelpreis

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Mit der Stiftung der Nobelpreise wollte der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833-1896) einen Konflikt lösen, der sein Leben bestimmte: Der Dynamit-Erfinder konnte nicht verwinden, dass seine Entdeckung für den Krieg genutzt wurde. © dpa
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Als “Wiedergutmachung“ vermachte er sein Vermögen einer Stiftung, aus deren Zinsen Preise für jene finanziert werden sollten, die “im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“. Nobel selbst hatte mehr als 350 Patente angemeldet. © dpa
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Die Preise werden seit 1901 vergeben. Die Dotierung stieg von anfangs 150 800 auf heute 10 Millionen Schwedische Kronen (1,1 Million Euro). Bis zu drei Menschen können sich einen wissenschaftlichen Preis teilen. © dpa
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Der Friedensnobelpreis wird auch an Organisationen verliehen. Höhepunkt ist stets die feierliche Verleihung der Auszeichnungen am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Nobel. © dpa
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Die Preisträger für Physik und Chemie werden von der Königlich- Schwedischen Akademie der Wissenschaften ausgewählt. © dpa
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Der Nobelpreis für Medizin wird vom Karolinska-Institut in Stockholm und die Literaturpreisträger von der Königlich-Schwedischen Akademie der Künste auserwählt. Die Friedenspreisträger bestimmt ein Ausschuss des norwegischen Parlaments in Oslo © dpa
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Neben den eigentlichen Nobelpreisen wird seit 1969 eine Ehrung für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel verliehen. Sie wurde 1968 von der Schwedischen Reichsbank gestiftet © dpa
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Seit 1980 vergibt die schwedische “Stiftung zur Auszeichnung richtiger Lebensführung“ (Right Livelihood Award Foundation) die Right Livelihood Awards, die oft als Alternative Nobelpreise bezeichnet werden. © dpa

Die Entscheidung über den mit zehn Millionen schwedischen Kronen dotierten Preis wird traditionsgemäß im Oktober bekanntgegeben. Die offizielle Nominierungsfrist endete am 1. Februar. Zu den Namen der Kandidaten äußert sich das Nobelkomitee vorab nicht.

Im vergangenen Jahr wurden erstmals seit der ersten Vergabe 1901 drei Frauen gemeinsam ausgezeichnet. Das Komitee ehrte die liberianische Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf und ihre Landsfrau Leymah Gbowee sowie die Journalistin Tawakkul Karman aus dem Jemen. Johnson-Sirleaf und Gbowee wurden für ihr Engagement zur Beendigung des Bürgerkrieges in Liberia geehrt. Karman war eine der treibenden Kräfte bei dem vor allem von jungen Leuten getragenen Volksaufstand im Jemen.

dpa

Rubriklistenbild: © dapd

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