Lötzsch: Kommunismus ist Idee von gerechter Gesellschaft

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Gesine Lötzsch bei einer Rede im Bundestag (Archivbild).

Berlin - Linken-Chefin Gesine Lötzsch hat ihre heftig kritisierten Äußerungen zum Kommunismus nachdrücklich verteidigt. Der Kommunismus sei "eine uralte Idee, die die Sehnsucht nach einer gerechten Gesellschaft ausdrückt".

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Der “Berliner Zeitung“ (Freitagausgabe) sagte Lötzsch: “Natürlich ist der Begriff Kommunismus belastet. Wir sollten uns aber keine Denkverbote auferlegen lassen.“ Sie sei von den Veranstaltern der am Samstag stattfindenden Rosa-Luxemburg-Konferenz gebeten worden, über Wege zum Kommunismus nachzudenken "und dieser Bitte bin ich nachgekommen". Das bedeute aber nicht, dass sich die politische Zielsetzung ihrer Partei verändert habe. “Das Ziel der Linken bleibt der demokratische Sozialismus“, sagte Lötzsch der Zeitung.

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Auf die Frage, weshalb Sie in ihrem vorab veröffentlichten Text auf jegliche Distanzierung von kommunistischen Verbrechen verzichtet habe, sagte die Linken-Chefin: “Der Kommunismus an sich ist doch eine uralte Idee, die die Sehnsucht nach einer gerechten Gesellschaft ausdrückt. Alles, was wir im vergangenen Jahrhundert erlebt haben, hatte nichts mit Kommunismus zu tun, das war Stalinismus oder real existierender Sozialismus.“

Ihre aus der PDS hervorgegangene Partei habe sich von den Verbrechen, die im Namen dieser Ideen begangen worden seien, seit 1989 mehrfach eindeutig distanziert. “Unsere Positionen zu den Verbrechen, die begangen wurden, sind klipp und klar. Das heißt für mich aber nicht, dass der Begriff Kommunismus aus der deutschen Sprache getilgt werden sollte.“ Es sei nun einmal so, dass sich die Menschen in Deutschland fragten, “wie kann man in einer Gesellschaft, die von Krisen geschüttelt ist, nach neuen Wegen suchen“. Der Weg der Linken führe in eine Gesellschaft, “die frei von Ausbeutung und Diskriminierung ist. Und die wollen mir mit demokratischen Mitteln erreichen.“

dapd

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