Krisentreffen zu Syrien: Russland fehlt

Paris - Mehr als 10.000 Leben hat der blutige Konflikt in Syrien schon gekostet. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Eine internationale Konferenz will über ein Ende des Blutvergießens beraten.

Vertreter aus rund 100 Staaten wollen am heutigen Freitag in Paris über das weitere Vorgehen in der Syrien-Krise beraten. Ziel des Treffens ist es, den Druck auf Machthaber Baschar al-Assad weiter zu erhöhen. Der Konflikt zwischen syrischen Sicherheitskräften und Regimegegnern hat inzwischen deutlich mehr als 10 000 Tote gefordert. Ein schnelles Ende der Gewalt ist nach wie vor nicht in Sicht. Und auch in Paris wird nicht mit einem Durchbruch gerechnet.

Syrien: So wütet Assad gegen sein eigenes Volk

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Russland boykottiert die Konferenz und will sich nicht von Assad abwenden. Deutschland wird bei dem Treffen der sogenannten Syrien-Freundesgruppe von Bundesaußenminister Guido Westerwelle vertreten. Er hatte am Donnerstag noch bei einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow vergeblich versucht, Moskau zu einem Positionswechsel zu bewegen.

Lawrow unterstrich einmal mehr die Haltung der UN-Vetomacht, wonach Russland eine Einmischung von außen sowie Forderungen nach einem Rücktritt von Assad kategorisch ablehnt. Vorschläge aus dem Westen, Assad könne in Russland Asyl erhalten, wies er als “Witz“ zurück.

Unterdessen zeigt das Regime von Machthaber Baschar al-Assad weiter Auflösungserscheinungen: Brigadekommandeur Manaf Tlass, ein ehemaliger Vertrauter der Assad-Familie, hat sich nach Medienberichten abgesetzt. Der in der Türkei ansässige Kommandeur der Freien Syrischen Armee, Riad al-Asaad, bestätigte die Fahnenflucht in einem Interview mit dem Nachrichtensender Al-Dschasira.

Die syrische Muslimbruderschaft erklärte, Tlass habe in seinem Haus im Damaszener Stadtteil Messe seit Monaten unter Hausarrest gestanden. Er gehörte zu den wenigen Sunniten an der Spitze des Sicherheitsapparats. Die meisten anderen Kommandeure und Milizenführer gehören wie Assad zur Minderheit der Alawiten.

Keine Bestätigung gab es für Gerüchte, wonach Tlass bereits auf den Weg nach Frankreich sein soll. Einige Regimegegner erklärten, sie könnten Tlass nicht in ihren Reihen akzeptieren, da er über Jahre eine der Symbolfiguren des Regimes gewesen sei.

Hollande warnt vor Bürgerkrieg

Frankreichs Präsident François Hollande hat die internationale Gemeinschaft zu einem schnellen Handeln aufgefordert, um einen Bürgerkrieg in Syrien zu verhindern. Die bisherige Bilanz des Konflikts sei „unerträglich“, sagte Hollande zum Auftakt eines Treffens der internationalen Syrien-„Freundesgruppe am Freitag in Paris. In dem Konflikt habe es bereits mehr als 16 000 Tote gegeben, darunter viele Zivilisten.

Hollande appellierte an den UN-Sicherheitsrat, möglichst schnell geeignete Maßnahmen für ein Ende der Gewalt zu ergreifen. Der Friedensplan des internationalen Sondervermittlers Kofi Annan sei dafür das „sicherste Mittel“. Zugleich forderte er Präsident Assad zum Machtverzicht auf. „Assad muss gehen. Sein Sturz ist unvermeidlich.“ An dem Treffen der „Freundesgruppe“ nehmen Vertretern von etwa 100 Staaten und internationalen Organisationen teil.

dpa

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