Landtagswahl in Bayern

Schuhplattler zum Versenden: Bayerns FDP im Netz

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Über die Seite der Bayern-FDP tanzen Schuhplattler als Online-Grußkarte.

München - Bayerns Wahlkampf 2013 wird im Internet geführt: Nur wer gut vernetzt ist, kommt bei den Wählern an. Die FDP hat darum sogar ein eigenes soziales Netzwerk - und E-Cards mit Bayern-Motiven.

Früher galt in Bayern: Wer die Stammtisch-Mehrheit hat, dem ist der Erfolg bei der Landtagswahl sicher. So einfach ist Wahlkampf 2.0 nicht mehr. Bayerns FDP stellt als Regierungspartner der CSU den Wirtschafts- und Wissenschaftsminister - und macht's vor: Hochmodernes Grafik-Design und traditionelle Bayern-Bezüge rücken die Liberalen ins Licht der stolzen Koalitionspartei, die ihren Status behalten will.

Unter der Überschrift "Ihr Weg zu Uns" stellt die FDP-Landtagsfraktion den Usern auf ihrer Webseite eine Anfahrt-Skizze zum bayerischen Landtag bereit. Auf der Startseite können sich Besucher rechts oben über ein interaktives Alphabet die "wichtigsten Begriffe liberaler Politik" erklären lassen. Gleich darunter gelangt man über einen Link zu den Tweets der Landtagsabgeordneten.

Die Homepage der FDP Bayern ist ständig in Bewegung. Auf der Startseite rotieren - mit großformatigen Bildern versehen - die aktuellsten Nachrichten rund um die Partei. Wer mit Freunden und Bekannten mit etwas von der FDP eine Freude machen will, für den bieten sich die E-Cards der Partei an, die man per Mausklick versenden kann. Als Motive stehen zum Beispiel der Schattenriss eines dösenden Jungen oder zwei tanzende Schuhplattler im Gegenlicht zur Auswahl. Wer immer noch nicht genug hat, für den gibt es die FDP-App. Per Smartphone können User damit auch unterwegs auf Nachrichten, Termine und Infos der Partei zugreifen.

"Ihre Lieblingsheldinnen in der Dichtung, Herr Zeil?"

Die beiden FDP-Minister im Kabinett Seehofer setzen bei ihrer Darstellung im Internet recht unterschiedliche Schwerpunkte. Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch gibt sich bürgernah als Ansprechpartner: Neben einem Mini-Heubisch am unteren Ende der Seite steht in Handschrift "Haben Sie Fragen an mich?". Klickt der Besucher auf den Link, öffnet sich ein Outlook-Fenster und man kann dem Wissenschaftsminister direkt eine E-Mail schicken.

Wirtschaftsminister Martin Zeil mit seiner Comic-Version, dem "Zeily".

Wirtschaftsminister Martin Zeil zeigt sich auf seiner Homepage als intellektueller Bildungsbürger. Seine "Lieblingsheldinnen der Dichtung" sind laut Interview-Artikel "Penelope, die Ehefrau des Odysseus; Judith in 'Sansibar oder der letzte Grund' von Alfred Andersch; George in 'Salz auf unserer Haut' von Benoite Schostakowitsch". Auch bei Fragen zu seinen Lieblingsmalern und -komponisten ist er nicht um eine Antwort verlegen. Besonders jungen Wählern im Gedächtnis bleiben dürfte der "Zeily", ein Smiley mit Oberlippenbart, der auf den Bart des FDP-Spitzenkandidaten anspielt und sogar eine eigene Webseite hat.

Tonnenweise Bücher und ein Leben in zehn Zeilen

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ist als Vorsitzende der FDP Bayern und Bundesjustizministerin zu beschäftigt fürs Social Networking: "Hier informiert Sie die Pressestelle des Bundesjustizministeriums", heißt es auf ihrem Facebook- und Twitter-Account. Die politischen Hauptthemen von Leutheusser-Schnarrenberger werden auf ihrer Homepage als Stichwort-Wolke dargestellt. Ganz groß: Bürgerrechte, Datenschutz, sexueller Missbrauch. Auf der Seite "Zur Person" verrät sie: "Ich lese gern, tonnenweise Bücher und Zeitschriften."

Fraktionsvorsitzender Thomas Hacker fasst sich im Lebenslauf so kurz, dass es statt Stichpunkten auch Fließtext sein darf: Nur zehn Zeilen braucht er von der Geburt bis zum Amt als Beisitzer im Bundesvorstand. Nicht viel länger sind die Sektionen "Mein Engagement" und "Meine Politik". Wer es genauer wissen will, kann bei "Meine Politik im Detail" vier Untersparten anklicken und dort Ausführungen von je zwei Zeilen nachlesen.

Besonderheit: Ein eigenes soziales Netzwerk

Besonders Engagierten bietet die FDP ein besonderes Schmankerl: Mit "Meine Freiheit" hat die Partei ihr eigenes soziales Netzwerk, das Logins und das Teilen von Inhalten auch via Facebook, Twitter oder Google Plus gestattet. Die User nutzen das Partei-Netzwerk vor allem als Diskussions-Plattform. Aber auch Wählern ohne Zugang dürfte es nicht schwer fallen, sich auf dem Laufenden zu halten - den Webseiten und Social-Media-Accounts der FDP-Politiker sei Dank.

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