Über 280.000 Stimmen unterschied

Wählerstimmen: Ude auf Platz 2 hinter Seehofer

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Ministerpräsident Horst Seehofer holte 699.935 Wählerstimmen

München - Ministerpräsident Seehofer will die Wählerstimmen der CSU-Prominenz zum wichtigen Maßstab bei der Kabinettsbildung machen. Damit hätte auch Herausforderer Ude einen Platz im Kabinett verdient.

Das beste Prozentergebnis bei der Landtagswahl hatte Umweltminister Marcel Huber mit über 63 Prozent - doch beim Blick auf die absolute Stimmenzahl liegt Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) weit vorn. 699.935 Wähler gaben dem CSU-Chef am Sonntag ihre Stimme. Darunter waren 668.246 Zweitstimmen für Seehofer, der den ersten Platz auf der oberbayerischen CSU-Liste hatte. Das geht aus den vom Landeswahlleiter veröffentlichten Ergebnissen hervor.

SPD-Herausforderer Christian Ude holte 415.000 Wählerstimmen

Es folgt auf Platz zwei mit über 415.000 Stimmen SPD-Herausforderer Christian Ude, der die oberbayerische SPD-Liste anführte - aber sein Mandat an den Nachrücker Günther Knoblauch (SPD) aus Mühldorf abgibt. Auf Platz drei liegt Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) mit über 216.000 Stimmen in Unterfranken.

Die Gesamtstimmen sind nur bedingt vergleichbar, da viele Wähler bei der Zweitstimme den ersten Namen auf der Liste ankreuzen. Die Kandidaten auf den folgenden Plätzen sind dadurch im Nachteil. Außerdem sind die Regierungsbezirke unterschiedlich groß. Oberbayerische Politiker sind deswegen automatisch im Vorteil, weil dort die meisten Wähler wohnen. Dennoch lässt sich ableiten, wer über seine engere Heimatregion hinaus populär ist. So holte Ude gut 150.000 Stimmen mehr als der SPD-Spitzenkandidat Franz Maget im Jahr 2008 - womit der CSU-Spott vom „Ude-Malus“ widerlegt ist.

Finanzminister Markus Söder überholte in Mittelfranken auf Listenplatz zwei mit knapp 160.350 Stimmen Innenminister Joachim Herrmann (124.813) als dortigen CSU-Spitzenkandidaten. Söder litt in früheren Jahren unter dem Ruf, er sei kein attraktiver Kandidat. Das dürfte sich nun erledigt haben.

Landtagswahl Bayern 2013: Aktuelle Infos und Hintergründe

Söder holte in absoluten Zahlen sogar mehr Stimmen als Bundesagrarministerin Ilse Aigner, die in Oberbayern auf 138.000 Stimmen kam. Allerdings hatte Aigner auf Platz zwei der oberbayerischen CSU-Liste Seehofer vor sich, der als Ministerpräsident einen besonderen Amtsbonus hat.

Landtagswahl Bayern: CSU mit absoluter Mehrheit

Umweltminister Marcel Huber wiederum, der in seinem Mühldorfer Stimmkreis mit über 63 Prozent Erststimmenkönig wurde, holte außerhalb seiner Heimat vergleichsweise wenige Stimmen. Er kam auf 41.407 Gesamtstimmen und lag damit noch hinter Sozialministerin Christine Haderthauer mit 45.369.

Pressestimmen zur Wahl: "Der Super-Horst"

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dpa

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