FPÖ legt in Wien stark zu

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FPÖ-Kandidat Heinz Christian Strache in Wien.

Wien - Die rechte FPÖ hat bei der Landtagswahl in der österreichischen Hauptstadt Wien nach ausländerfeindlichem Wahlkampf deutlich zugelegt.

In Hochrechnungen am Sonntagabend war die bisher alleinregierende sozialdemokratische SPÖ wieder stärkste Partei. Bürgermeister Michael Häupl muss sich für seine neue Amtszeit nach Verlust der absoluten Mehrheit aber einen Koalitionspartner suchen. Nach Auszählung der Mehrheit der Stimmen rutschte die SPÖ auf 44,2 Prozent.

Bei der Wahl 2005 hatten die Sozialdemokraten im “roten Wien“ noch 49,1 Prozent geholt - was nach der Zahl der Mandate für die absolute Mehrheit im Parlament reichte. Er wolle in den kommenden Tagen mit allen Parteien Gespräche führen, kündigte Häupl an. Eine Regierungsbeteiligung der FPÖ schloss er aber aus. Die Freiheitlichen konnten mit 27 Prozent nach ausländer- und islamfeindlichem Wahlkampf unter ihrem Frontmann Heinz-Christian Strache ihr Ergebnis von 2005 (14,8 Prozent) fast verdoppeln.

Die Blauen verdrängten die konservative ÖVP vom zweiten Platz und verbuchten als einzige im künftigen Parlament vertretene Partei Zuwächse. Die konservative ÖVP rutschte um 5,5 Prozentpunkte auf 13,2 Prozent ab. Die Grünen holten nach einem Minus von 2,3 Prozentpunkten 12,3 Prozent. Da alle Parteien eine Zusammenarbeit mit den Rechten ausschlossen, ist eine weiter Amtszeit des seit 1994 regierenden Bürgermeisters Häupl nicht gefährdet.

dpa

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