Leyen sucht Spender für Bildungsgutscheine

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Ursula von der Leyen

Berlin - An den Bildungsgutscheinen für arme Kinder aus Hartz-IV-Familien sollen sich nach dem Willen von Bundessozialministerin Ursula von der Leyen auch private Spender beteiligen.

Im ARD-Morgenmagazin regte die CDU-Politikerin an, dass sich auch die private Wirtschaft, Stiftungen und viele Ehrenamtliche an der Finanzierung beteiligen, also “die, die sagen: Ja, die Kinder brauchen Bildung und Förderung“. Generelle Kritik an dem Plan kam erneut von der CSU. Von der Leyen sagte, der Bund müsse Chancengleichheit unter allen Kindern sicherstellen. Die Schule kenne sich dabei bei der Bildung aus. “Die Kommune weiß, wo die Freizeitangebote für die Kinder sind.“

Diese müssten wiederum mit den Jobcentern zusammenarbeiten, “die kennen die Kinder von Langzeitarbeitslosen gut“. SPD-Vizechefin Manuela Schwesig bezeichnete die Bildungschipkarte für alle Kinder grundsätzlich als sinnvoll. “Ich denke alle Kinder, die jetzt schon die Unterstützung brauchen für Nachhilfe oder für Sport-, Musikvereine oder auch für das Mittagessen, brauchen die Unterstützung von Anfang an“, sagte Schwesig im Bayerischen Rundfunk. “Das Problem ist aber, dass Frau von der Leyen sich sehr vage äußert.“ Schwesig bezweifelte, dass bereits bis zum 1. Januar 2011 eine Chipkarte eingeführt werden könne.

SPD-Bildungsexpertin spricht von Armutszeugnis

Die SPD-Bildungsexpertin Ulla Burchardt kritisierte jedoch, dass Bildung zur Ware werde. “Notfalls springen eben private Anbieter mit ein, die man anschließend großherzig rabattieren kann, etwa bei der Nachhilfe oder beim Musikunterricht“, kritisierte sie. “Das ist nicht nur ein Armutszeugnis, sondern eine Perversion von Bildung.“ Eine generelle Ablehnung des Vorschlag kam erneut von der CSU. “Bei der Haushaltslage möchte ich, dass dieses Geld komplett bei Familien ankommt, und nicht für den Aufbau eines unglaublich aufwendigen Chipkartensystems aufgewendet wird“, sagte die bayerische Sozialministerin Haderthauer im Bayerischen Rundfunk. Sie verwies darauf, dass Vereine und andere Einrichtungen Lesegräte anschaffen müssten. “Der Gutschein ist ein Kollektiv-Misstrauensvotum, das Eltern nicht verdient haben.“

dapd

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