Ursula von der Leyen verteidigt Rente mit 67

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Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen

Berlin - Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat den Einstieg in die Rente mit 67 gegen Kritik auch aus der Union verteidigt. Ein Argument: Die Menschen seien heute fitter als früher.

„Wenn wir generationengerecht bleiben wollen zwischen den Alten, die die wohlverdiente Rente brauchen, und den Jungen, die diese erarbeiten müssen, dann ist der Weg, zwei Jahre länger arbeiten zu müssen, der richtige“, sagte von der Leyen am Montag im Deutschlandfunk. „Die Alternative wäre Rentenkürzung oder Beiträge rauf, und beides ist meines Erachtens nicht zumutbar.“ Der gewählte Weg, das Rentenalter schrittweise von 65 auf 67 zu erhöhen, sei „eine der fairsten und gerechtesten Lösungen, die wir finden konnten in der Gesellschaft“.

Von der Leyen verwies darauf, dass ältere Menschen heute deutlich fitter seien als vor einigen Jahrzehnten. „Man sollte nicht verkennen, dass in den letzten 50 Jahren allein sich die Lebenserwartung um 10 Jahre verlängert hat. Das heißt, die Rente selber wird auch deutlich länger in Anspruch genommen.“

Sie waren die Chefs der CDU

Sie waren die Chefs der CDU

Sieben Bundesvorsitzende hatte die CDU seit dem Gründungsparteitag 1950: Sechs Chefs und eine Chefin. Wir zeigen die Vorsitzenden der Christlich Demokratischen Union. Das Bild zeigt zwei von ihnen: Rechts Konrad Adenauer, links Ludwig Erhard. © dpa
Konrad Adenauer: Der "Alte vom Rhein" führte die CDU fast 16 Jahre lang vom Oktober 1950 bis zum März 1966. Adenauer war von 1949 bis 1963 der erste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. © dpa
Ludwig Erhard: "Mister Wirtschaftswunder" stand von März 1966 bis Mai 1967 an der Spitze der CDU. Höchst erfolgreich als Wirtschaftsminister von 1949 bis 1963. Zunehmend glücklos als Bundeskanzler von 1963 bis 1966. © dpa
Kurt Georg Kiesinger war von Mai 1967 bis Oktober 1971 Chef der CDU. Von 1966 bis 1969 regierte Kiesinger als Kanzler einer Großen Koalition aus CDU, CSU und SPD. Nach seiner Abwahl blieb er noch fast zwei Jahre CDU-Vorsitzender. © dpa
Rainer Barzel wurde im Oktober 1971 an die Spitze der CDU gewählt. Er versuchte 1972 vergeblich, Kanzler Willy Brandt (SPD) über ein konstruktives Misstrauensvotum zu stürzen, um an Brandts Stelle selbst zum Kanzler gewählt zu werden. 1972 verlor er auch noch die Bundestagswahl gegen Brandt. Er blieb noch bis Juni 1973 CDU-Chef. © dpa
Helmut Kohl wurde im Juni 1973 zum CDU-Vorsitzenden gewählt. Von 1982 bis 1998 war Kohl Bundeskanzler. In seine Amtszeit fällt die Wiedervereinigung 1990. Nach seiner Abwahl im September 1998 legte Kohl den CDU-Vorsitz nieder. © dpa
Wolfgang Schäuble wurde am 7. November 1998 zum CDU-Vorsitzenden gewählt. Im Laufe des folgenden Jahres wurde er als möglicher Kanzlerkandidat der Union gehandelt. Schäuble trat Anfang 2000 im Zuge der CDU-Spendenaffäre zurück. Von 2005 bis 2009 war er Innenminister in der Großen Koalition. Seit Ende 2009 ist er Bundesfinanzminister in der schwarz-gelben Koalition. © dpa
Angela Merkel ist seit dem 10. April 2000 CDU-Chefin. Seit 2005 ist Merkel Bundeskanzlerin. Bis 2009 in einer Koalition aus Union und SPD. Seitdem regiert sie mit der FDP. © dpa

Die Erwerbstätigkeit der Älteren habe sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. „Die Wirtschaft fängt an, sehr viel stärker die Kompetenzen des Alters zu schätzen.“ Dieser Trend müsse weiter unterstützt werden. „Wir müssen sehr viel stärker investieren in Weiterbildung, in körperliche Vorsorge, in seelische Gesundheit der Mittelalten und Älteren“, sagte von der Leyen.

CSU-Chef Horst Seehofer hatte am Wochenende Zweifel an der Rente mit 67 geäußert, deren schrittweise Einführung zum Jahresanfang begonnen hat. „Die Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeitnehmer über 50 in Deutschland müssen spürbar verbessert werden! Sonst wird die Verlängerung der Lebensarbeitszeit zur faktischen Rentenkürzung“, hatte er der „Bild am Sonntag“ gesagt. „Mit mir ist eine massenhafte Rentenkürzung nicht zu machen.“

dpa

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