Libanons Regierungschef tritt zurück

+
Nadschib Mikati tritt zurück.

Beirut - Der libanesische Ministerpräsident Nadschib Mikati tritt zurück. Das gab er am Freitagabend in einer im Fernsehen übertragenen Rede bekannt.

Hintergrund sind monatelange Meinungsverschiedenheiten im Parlament mit der schiitischen Hisbollah, die die Mehrheit der Abgeordneten stellt. Mikati wollte unter anderem ein neues Wahlrecht durchsetzen und die Amtszeit des nationalen Polizeichefs Aschraf Rifi verlängern. Die Hisbollah lehnte beides ab.

Mikatis Rücktritt wird erst wirksam, wenn Staatspräsident Michel Suleiman den Schritt akzeptiert. Mikati sagte, er hoffe, dass sein Rücktritt die politischen Spitzen nun ermutige, ihre Verantwortung zu übernehmen.

Auch der syrische Bürgerkrieg hatte zuletzt auch die Spaltung der politischen lager im Libanon vertieft. Viele sunnitische Libanesen unterstützen die mehrheitlich sunnitischen syrischen Rebellen, bei denen zunehmend radikale Islamisten eine aktive Rolle übernehmen. Die schiitischen Muslime im Libanon, darunter auch die militante Hisbollah-Miliz, unterstützen dagegen das Regime von Staatspräsident Baschar al-Assad.

AP

Auch interessant

Meistgelesen

NSU-Prozess: Plädoyer stockt - das ist der Grund
NSU-Prozess: Plädoyer stockt - das ist der Grund
Bundesfinanzminister Schäuble vergleicht die Türkei mit der DDR
Bundesfinanzminister Schäuble vergleicht die Türkei mit der DDR
Umfrage zur Bundestagswahl: Schwarz-Gelb kann auf Regierungsmehrheit hoffen
Umfrage zur Bundestagswahl: Schwarz-Gelb kann auf Regierungsmehrheit hoffen
Abschaffung von „Obamacare“: Trump erringt knappen Sieg im Senat
Abschaffung von „Obamacare“: Trump erringt knappen Sieg im Senat

Kommentare