Libysche TV-Moderatorin stirbt im Gefängnis

Tripolis/Istanbul - Die prominente Fernsehmoderation Hala Misrati ist in einem Gefängnis der libyschen Hauptstadt Tripolis tot aufgefunden worden.

Das meldete der Nachrichtensender Al-Arabija am Sonntag. Bereits einen Tag zuvor kursierten in Libyen Gerüchte, wonach die Journalistin, die einst treu zu Diktator Muammar al-Gaddafi gestanden hatte, von Angehörigen einer sogenannten Revolutionsbrigade getötet wurde. Eine offizielle Stellungnahme zum Tod der Moderatorin gab es zunächst nicht.

Der Ministerpräsident der Übergangsregierung, Abdul Rahim al-Kib hatte am Samstagabend in einer Fernsehansprache zum 1. Jahrestag des Beginns der “Revolution des 17. Februar“ noch einmal eindringlich an alle bewaffneten Revolutionäre appelliert, sich für den Dienst im Innenministerium oder in der Armee zu melden. “Wenn ihr die wichtigen Posten in Polizei und Armee nicht besetzt, dann bleiben sie frei für Elemente, die weniger treu zur Nation stehen als ihr“, sagte er.

Bislang hätten sich erst gut 5000 der Revolutionäre, die im vergangenen Jahr gegen die Gaddafi-Truppen gekämpft hatten, für den Dienst bei der Polizei gemeldet. Etwa genauso viele Revolutionäre wollten der Armee beitreten. Einige Revolutionsbrigaden hatten erklärt, sie wollten den Sicherheitskräften nur geschlossen beitreten. Dies lehnt die Übergangsregierung jedoch ab, die keine Milizen unter dem Dach ihrer Ministerien dulden will.

Aus der südlichen Oasenstadt Al-Kufra wurden am Wochenende erneut Kämpfe zwischen Revolutionsbrigaden und mutmaßlichen Anhängern des alten Regimes gemeldet. Lokale Medien machen Milizen mit Verbindung in den Tschad für die Gewalt verantwortlich. Ihren Angaben zufolge wurden am Samstag zwei junge Männer, eine Frau und ein Kind getötet.

dpa

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