Lindner: "Christentum ist nicht deutsche Staatsreligion"

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FDP-Generalsekretär Christian Lindner

Berlin - FDP-Generalsekretär Christian Lindner beklagt, dass in der Integrationsdebatte “religiöse Werte bedeutsamer scheinen als republikanische“.

In einem Gastbeitrag für die “Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Montagausgabe) schreibt Lindner: “Das Christentum ist nicht die deutsche Staatsreligion, sondern ein persönliches Bekenntnis der Bürger.“ Tatsächlich reichten die Wurzeln der Verfassungsidee bis zurück nach Athen und Rom. Ihre Prinzipien seien seit der Französischen Revolution erkämpft worden - “oft genug gegen den Widerstand der Kirchen“, betont Lindner.

Weiter schreibt der Generalsekretär: “Die alten Prägekräfte von Religion und Nation lassen nach, neue kulturelle und kosmopolitische Einflüsse nehmen zu.“ Diese Vielfalt sei “ein Freiheitsgewinn, wenn wir die Frage nach der verbindenden Identität republikanisch beantworten: Menschen unabhängig von Herkunft, Glaube oder Geschlecht können als Bürger mit gleichen Rechten und Pflichten am politischen Gemeinwesen teilhaben.“ Zur Bürgertugend gehöre die unbedingte Akzeptanz des Staates, seiner Gesetze und Repräsentanten.

“Wir wollen, dass Migranten mit diesen Tugenden zu Mitbürgern werden - unabhängig von privater Frömmigkeit“, fordert Lindner. “Die religiöse Defensive und die multikulturelle Naivität werfen uns gleichermaßen zurück. Wir Liberale werben wir für eine republikanische Offensive.“

dapd

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