Malawi in Unsicherheit

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Der malawische Präsident Bingu wa Mutharika soll tot sein.

Johannesburg/Lilongwe - Medienberichte über den Tod des malawischen Präsidenten Bingu wa Mutharika haben das südostafrikanische Land in Unsicherheit gestürzt. Die Bevölkerung wartet auf eine offizielle Bestätigung.

Eine Erklärung der Regierung blieb aber aus. Ebenfalls nicht mitgeteilt wurde, wer nun die Regierungsgewalt in Malawi übernimmt. Mutharika war bereits am Donnerstag wegen Herzproblemen in eine Klinik ins benachbarte Südafrika geflogen worden.

Vizepräsidentin Joyce Banda lehnte es am Nachmittag zunächst ab, sich zur Präsidentin zu erklären. Gleichzeitig ermahnte die einstige Parteifreundin Mutharikas die politischen Kräfte des Landes in einem Radio-Interview, sich verfassungskonform zu verhalten. Gemäß der malawischen Verfassung wäre die 61-Jährige automatisch Nachfolgerin, sollte der Tod oder die Amtsunfähigkeit Mutharikas bestätigt werden. Sie hoffe, dass sich die Lage noch am Freitag aufkläre, betonte Banda.

Die USA reagierten besorgt auf die schleppende Machtübergabe und Berichte über einen Nachfolgekampf. „Wir vertrauen darauf, dass die Vizepräsidentin, die nun an der Reihe ist, in Kürze vereidigt wird“, sagte der für Afrika zuständige Staatssekretär im US- Außenministerium, Johnnie Carson.

Bürgerrechtsgruppen in Malawi vermuten, dass die Demokratische Volkspartei (DDP) versuchen könnte, den Präsidenten-Bruder Peter Mutharika ins Amt zu bringen. Der frühere Weltbank-Mitarbeiter Bingu wa Mutharika war seit 2009 im Amt. Er hatte versprochen, nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit 2014 zurückzutreten. Kritiker warfen ihm eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage und Rückschritte in Sachen Demokratie vor. Malawi hat 14 Millionen Einwohner und ist eines der ärmsten Länder der Welt.

dpa

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