Wahl in Spanien

Mariano Rajoy - politischer Überlebenskünstler

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Mariano Rajoy

Madrid - Mariano Rajoy war schon häufiger politisch totgesagt worden. Als der Parteichef der spanischen Konservativen (PP) 2008 eine bittere Wahlniederlage erlitt, wurde sogar in der eigenen Partei die Forderung nach einem Rücktritt laut.

Der bärtige Galicier ließ jedoch alle Kritik von sich abprallen und führte die PP drei Jahre später zum höchsten Wahlsieg ihrer Geschichte.

Bei der Neuwahl am Sonntag erwies der 61-Jährige sich erneut als politischer Überlebenskünstler. Zwar errang seine Partei nicht die absolute Mehrheit, sie gewann aber mehr Sitze hinzu, als die Konservativen in ihren kühnsten Träumen erwartet hatten.

Nun kann Rajoy auf eine weitere Amtszeit als Regierungschef hoffen. Seit gut einem halben Jahr ist er nur geschäftsführend im Amt. Nach Umfragen ist der als bieder geltende Richtersohn der unbeliebteste Führer einer der großen Parteien. Unter seinem Vorsitz wurden die Konservativen von einer Serie von Korruptionsskandalen erschüttert.

Im Wahlkampf sprach Rajoy möglichst wenig über die Korruption und hob stattdessen Spaniens gutes Wirtschaftswachstum von über drei Prozent hervor. Der Fußball- und Radsport-Fan hält sich pragmatisch von Ideologien fern und strahlt in brenzligen Lagen Gelassenheit aus. Schon früher hatte er sich als Minister in heiklen Situationen - wie im Kampf gegen den Rinderwahnsinn oder bei der Umweltkatastrophe nach dem Untergang des Öltankers „Prestige“ - als Krisenmanager bewährt.

dpa

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