News-Ticker zur militärischen Lage

Ukrainer geraten im Osten des Landes unter Druck – Bericht über neues Massengrab

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Russland schafft während des Ukraine-Kriegs die Altersgrenze für den Militärdienst ab. Putin will Soldaten im Krankenhaus besuchen. News-Ticker.

Update vom 26. Mai, 13.34 Uhr: Im Osten der Ukraine bringen massive russische Angriffe mit Artilleriebeschuss und Luftangriffen die ukrainischen Verteidiger immer weiter in Bedrängnis. Alle weiteren Entwicklungen in unserem neuen News-Ticker zur militärischen Lage im Ukraine-Krieg.

Update vom 26. Mai, 8.07 Uhr: Die Ukrainer geraten im Osten des Landes weiter unter Druck. Das Verwaltungsgebiet Luhansk im Donbass sei zu 95 Prozent von russischen Truppen erobert, sagte Gouverneur Serhij Hajdaj. Die Lage sei „extrem schlecht“.

Sjewjerodonezk und das benachbarte Lyssytschansk sind die letzten großen Städte, die im Gebiet Luhansk noch von ukrainischen Truppen gehalten werden. Russland will das Gebiet vollständig erobern, um es der sogenannten Volksrepublik Luhansk zuzuschlagen. Diese hatte Moskau wenige Tage vor dem Angriff auf die Ukraine als unabhängigen Staat anerkannt - genauso wie die Volksrepublik Donezk.

Ukraine-Krieg-News: „Russische Gruppierungen haben zweifellos taktische Erfolge“

Überprüfbar waren die Angaben nicht. Ausländische Beobachter befürchten, dass mehrere ukrainische Brigaden in Sjewjerodonezk eingekesselt werden könnten. „In einigen Richtungen haben die russischen Gruppierungen zweifellos taktische Erfolge, das ist im Prinzip auch kein Geheimnis“, sagte Olexander Motusjanyk, Sprecher des Verteidigungsministeriums, in Kiew. Es sei aber nicht richtig, von einem Rückzug zu sprechen. Die ukrainische Armee versuche zu manövrieren, um ihre Position zu verbessern und wieder anzugreifen.

Als Beispiel für die Notlage im Osten nannte Gouverneur Hajdaj die Bestattung von mindestens 150 Menschen in einem Massengrab in Lyssytschansk. Die Polizei müsse als Bestatter aushelfen. In dem Grab seien sowohl Opfer des russischen Beschusses beigesetzt worden als auch Menschen, die eines natürlichen Todes gestorben seien. Ein Video zeigte, wie Leichen in weißen Säcken - jeder mit dem Namen versehen - in eine Grube geworfen wurden. Nach dem Krieg sollten die Toten ordentlich beigesetzt werden, versprach der Gouverneur.

Aufnahme vom 22. Mai: Eine zerstörte Schule in einem Dorf nahe Sewerodonezk

Ukraine-News: Putin-Truppen rücken in Vororte von strategisch wichtiger Stadt vor

Update vom 25. Mai, 20.55 Uhr: Russische Truppen sind bei heftigen Gefechten in der Ostukraine in Vororte der strategisch wichtigen Industriestadt Sewerodonezk vorgestoßen. Die Situation sei „sehr schwierig“, berichtete Gouverneur Serhij Gajdaj am Mittwoch. „Die russischen Truppen sind bereits so nahe herangerückt, dass sie Mörsergranaten abfeuern können“, so Gajdaj über Telegram. Moskau hatte die Offensive rund um Sewerodonezk in den vergangenen Tagen massiv ausgeweitet. Die Stadt und ihre Nachbarstadt Lyssytschansk sind die letzten Orte in der Region Luhansk, in der die Ukraine noch Widerstand gegen die russischen Truppen leistet.

Nach Angaben des Kiewer Generalstabs dauerte der Beschuss der Stadt durch russische Artillerie und aus der Luft weiterhin an. Darüber hinaus gibt es Berichte von Angriffen auf die Ortschaften Berestowe, Lypowe und Nyrkowe, die sich jedoch im Rücken der ukrainischen Verteidiger befinden. Moskau versucht somit wohl, die ukrainischen Truppen in der Stadt einzukesseln. In einigen Richtungen haben die russischen Gruppierungen zweifellos taktische Erfolge, das ist im Prinzip auch kein Geheimnis“, sagte Olexander Motusjanyk, Sprecher des Verteidigungsministeriums, in Kiew. Das bedeute jedoch nicht, dass sich die ukrainischen Truppen zurückziehen würden. Die Situation in der Region sei „dynamisch“.

Grenzregion Belgorod wirft Kiew erneut Beschuss von russischem Gebiet vor

Update vom 25. Mai, 17.30 Uhr: Der Gouverneur der russischen Grenzregion Belgorod hat ukrainischen Truppen erneut den Beschuss von russischem Gebiet vorgeworfen. Wjatscheslaw Gladkow schrieb am Mittwoch im Nachrichtendienst Telegram, dass im Dorf Schurawljowka nahe der Grenze zur Ukraine ein junger Mann durch den feindlichen Beschuss verletzt worden ist. Das Dorf sei aufgrund des Kriegs zwischen der Ukraine und Russland bereits vor mehreren Wochen evakuiert worden. Warum sich der Mann trotzdem dort aufhielt, ist unbekannt. Bereits in der Vergangenheit hatten die Regionalverwaltung immer wieder den Beschuss durch ukrainische Truppen beklagt. Kiew hatte sich zu den Vorfällen bisher nicht geäußert. Aufgrund der aktuellen Lage lassen sich die Informationen jedoch nicht unabhängig prüfen. Belgorod liegt nördlich der ukrainischen Stadt Charkiw hinter der Grenze zu Russland.

Russland will Einfluss in besetzten Gebieten ausbauen - Vergabe von russischen Pässen startet

Update vom 25. Mai, 15.55 Uhr: Russland will seinen Einfluss in der Ukraine nach dem Einmarsch seiner Truppen nun auch mit der Vergabe von Pässen an die Menschen in dem besetzten Gebiet Cherson und im Gebiet Saporischschja festigen. Kremlchef Wladimir Putin unterschrieb dazu am Mittwoch ein Dekret, um den Erhalt der russischen Staatsbürgerschaft für die Einwohner der ukrainischen Gebiete zu erleichtern. 2019 hatte Putin bereits für die abtrünnigen ukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk den vereinfachten Erhalt der russischen Staatsbürgerschaft angewiesen. Hunderttausende Menschen nutzten das Angebot.

Ukraine-Krieg: Russland schafft Altersgrenze für Militärdienst ab

Update vom 25. Mai, 14.30 Uhr: Russland hat die Altersgrenze für den Militärdienst abgeschafft. Das russische Parlament stimmte am Mittwoch für einen entsprechenden Gesetzesentwurf, wie aus der Website der Duma hervorgeht. Künftig kann demnach jeder Freiwillige, der das gesetzliche Rentenalter noch nicht erreicht hat, der Armee beitreten. Dieses liegt für Männer derzeit bei 61,5 Jahren. Bislang konnten sich nur russische Bürger zwischen 18 und 40 Jahren bei der Armee verpflichten, für Ausländer galt eine Zeitspanne zwischen 18 und 30 Jahren.

Russische Soldaten durchstreifen ein zerstörtes Eisen- und Stahlwerk in der ukrainischen Stadt Mariupol.

Ukraine-Krieg: Putin besucht Soldaten in Moskauer Krankenhaus

Update vom 25. Mai, 12.20 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin will an diesem Mittwoch (25. Mai) in einem Moskauer Krankenhaus Soldaten besuchen, die im Ukraine-Krieg verletzt wurden. „Er besucht sie und unterhält sich mit ihnen“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut Nachrichtenagentur Interfax. Peskow wies Spekulationen zurück, dass bei dem Besuch eine neue Strategie für die Kämpfe in der Ukraine verkündet werden solle.

Es gebe „keine neuen Momente und Etappen“ bei der „Militäroperation“, so der Kremlsprecher. „Der Präsident interessiert sich ständig für das Thema, wie diejenigen versorgt werden, die während der militärischen Spezialoperation verletzt wurden - und er kontrolliert das auch“, sagte Peskow. In Moskau wird der Ukraine-Krieg offiziell weiter nur als „militärische Spezial-Operation“ bezeichnet. Es ist Putins erster Besuch bei Verletzten seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs Ende Februar.

Ukraine-Krieg: Russland meldet Bombardierung von Bahnhöfen und Motorenwerk

Update vom 25. Mai, 11.12 Uhr: Die russische Armee hat nach eigenen Angaben bei den schweren Luftangriffen in der Nacht auch ein ukrainisches Motorenwerk und mehrere Bahnhöfe attackiert. „Mit luft- und seegestützten Hochpräzisionsraketen wurden die Produktionshallen der Fabrik Motor Sitsch zerstört, die Flugmotoren für die ukrainischen Streitkräfte baut, darunter auch für unbemannte Drohnen“, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow.

Seinen Angaben zufolge wurde auch der Bahnhof der städtischen Siedlung Pokrowske im Gebiet Dnipropetrowsk von Raketen getroffen. Ziel hier sei ein Truppentransport von Reservisten gewesen, die auf dem Weg in die Donbass-Region waren.

In Frontnähe seien mehrere Gefechtsstände und Fernmeldestellen im Raum Bachmut und ein Logistikzentrum im Raum Soledar attackiert worden, sagte Konaschenkow. Die Luftwaffe hätte mehr als 300 ukrainische Soldaten getötet und 46 Militärfahrzeuge außer Gefecht gesetzt. Unabhängig konnten diese Angaben nicht überprüft werden.

Ein zerstörtes Wohnhaus in der Stadt Bachmut im Osten der Ukraine.

Ukraine-Krieg: Mariupol laut Bürgermeister-Berater ins „Mittelalter“ zurückgeworfen

Update vom 25. Mai, 9.40 Uhr: Nach einem Bericht des US-Senders CNN sind in Mariupol seit Kriegsausbruch vor drei Monaten mindestens 22.000 Menschen getötet worden. Dies sagte Petro Andriuschenko, Berater des Bürgermeisters von Mariupol. Dies wären fünf Prozent der Einwohner der Hafenstadt mit ursprünglich 440.000 Einwohnern. Unabhängig geprüft werden kann diese Zahl allerdings nicht.

„Mariupol ist jetzt eine Geisterstadt“, wird der Politiker zitiert, der selbst aus der völlig zerstörten Stadt geflohen ist, aber nach eigenen Angaben noch Kontakt zu in Mariupol verbliebenen Ukrainern hat. Die Hafenstadt sei durch den Ukraine-Krieg auf das Niveau des Mittelalters zurückgeworfen worden. „Es ist absolut dunkel in der Stadt, die einzigen Lichter stammen von russischen Truppen und russischen Streifen“, so Andriuschenko. „Überall ist der Geruch von Tod und Feuer.“

Stark beschädigte Privathäuser am Ufer des Asowschen Meeres in Mariupol.

Ukraine-Krieg: Russische Besatzer mit rigiden Maßnahmen gegen Bevölkerung?

Die in der Stadt Verbliebenen schilderten Verhältnisse am Rande einer humanitären Katastrophe und hätten kaum Kontakt zur Außenwelt. Telefonverbindungen würden gerade erst wieder aufgebaut. Den ukrainischen Einwohnern sei es verboten, sich frei zu bewegen, sie bräuchten einen speziellen Ausweis dafür. So wollten die russischen Besatzer eine Massenflucht aus der Stadt verhindern, sagte Andriuschenko gegenüber CNN.

Die Umbestattung der Kriegsopfer stelle außerdem ein großes Problem dar, schilderte Andriuschenko einer Reporterin des Senders. Würden Angehörige eine Leiche aus der russisch besetzten Stadt zurückfordern, müssten sie angeblich damit einverstanden sein, ein Video aufzunehmen, in dem sie erklären, dass die Person vom ukrainischen Militär getötet worden sei.

Die Stadt Mariupol war im Ukraine-Krieg seit Wochen umkämpft und wurde massiv von Russland bombardiert. Als letzte Bastion verblieben mehrere tausend Kämpfer und Zivilisten in einem riesigen Stahlwerk mit unterirdischen Bunkern. Vergangenen Freitag ergaben sich die letzten Kämpfer und Mariupol fiel.

Ukraine-Krieg: Massive Luftangriffe im Donbass - Selenskyj: „Besatzer wollen alles zerstören“

Update vom 25. Mai, 6.58 Uhr: Mit massiven Artillerie- und Luftangriffen haben russische Truppen in den vergangenen Tagen die ukrainischen Verteidiger aus mehreren Ortschaften im Osten des Landes vertrieben, die ukrainische Front gerät ins Wanken. Für Moskau ist die vollständige Eroberung der ukrainischen Verwaltungsgebiete Donezk und Luhansk wichtiges Kriegsziel. In Luhansk ist dieses Ziel nahezu erreicht.

„In diesen Angriff wirft die russische Armee alle Kräfte, die sie noch hat“, sagte Selenskyj in seiner Videoansprache von Dienstagabend. Er zählte die Städte Lyman, Popasna, Sjewjerodonezk und Slowjansk auf. „Die Besatzer wollen dort alles zerstören.“ Es werde großer Anstrengungen des ukrainischen Volkes bedürfen, um die russische Überlegenheit an Rüstung und Technik zu überwinden. Allein im Gebiet Donezk wurden nach Angaben der Verwaltung binnen 24 Stunden 15 Zivilisten getötet.

Ukraine-Krieg: Russen wollen Ukrainer am Donbass einkesseln - einzige Versorgungsstraße unter Beschuss

Auch das ukrainische Verteidigungsministerium sprach von einer schwierigen Lage im Kohle- und Stahlrevier Donbass. Offenbar wolle die russische Armee ukrainische Einheiten in den Großstädten Sjewjerodonezk und Lyssytschansk einkesseln, sagte Sprecher Olexander Motusjanyk. Beide Städte hatten vor dem Krieg etwa 100.000 Einwohner.

Die Versorgung der ukrainischen Verteidiger dort läuft über eine einzige Straße. Diese sei mittlerweile unter Beschuss durch russische Artillerie und Granatwerfer geraten, schrieb der Experte Nikolay Mitrokhin in der Zeitschrift „Osteuropa“.

Russland kündigt sichere Seepassage aus Mariupol ab Mittwoch an

Update vom 24. Mai, 21.42 Uhr: Russland will nach Militärangaben ab Mittwoch eine sichere Seepassage aus der eroberten ukrainischen Hafenstadt Mariupol in Richtung Schwarzes Meer einrichten. Die von Minen geräumte Strecke durch das Asowsche Meer sei 115 Seemeilen (213 Kilometer) lang und 2 Seemeilen breit und ab 8.00 Uhr Ortszeit (7.00 MESZ) befahrbar. Das teilte das Verteidigungsministerium in Moskau am Dienstagabend mit. Zugleich werde die beschädigte Hafeninfrastruktur von Mariupol instandgesetzt. Die letzten ukrainischen Verteidiger der Stadt hatten Ende vergangener Woche die Waffen gestreckt, Mariupol selbst ist weitgehend zerstört.

In den von der Ukraine kontrollierten Häfen an der Schwarzmeer-Küste sitzen nach russischen Angaben noch etwa 70 ausländische Schiffe aus 16 Ländern fest. Die russische Marine werde auch dort an der Küste einen täglichen sicheren Korridor einrichten, hieß es. Es bleibe aber für Anrainerstaaten des Schwarzen Meeres eine Restgefahr durch treibende ukrainische Minen, die sich losgerissen hätten. Nach ukrainischen Angaben geht die Gefahr von der russischen Marine und deren Minen aus. Westliche Länder fordern von Moskau, sichere Getreideexporte der Ukraine über den Hafen Odessa zu ermöglichen.

Ukraine-Krieg: Russen sollen Stadt im Gebiet Donezk erobert haben

Update vom 24. Mai, 18.32 Uhr: Im Osten der Ukraine haben russische Truppen nach Angaben beider Seiten im Gebiet Donezk die Kleinstadt Switlodarsk erobert. Der Chef der kommunalen Militärverwaltung, Serhij Hoschko, bestätigte am Dienstag nach Berichten ukrainischer Medien entsprechende Angaben der prorussischen Separatisten. In der Nähe von Switlodarsk befindet sich das größte Kohlekraftwerk der Ukraine. Zuvor hatten die Separatisten über den Abzug ukrainischer Truppen aus dem Gebiet berichtet, die von der Einkesselung bedroht waren.

Parallel dazu sei im nördlichen Donezker Gebiet mit dem Sturm der Stadt Lyman begonnen worden, hieß es von den Separatisten. Der ukrainische Generalstab bestätigte, dass russische Truppen mit Unterstützung von Artillerie und Luftwaffe die Stadt angriffen. Zur Lage in Switlodarsk gab es vom Generalstab keinen Kommentar.

Ukraine-Krieg: General der russischen Luftwaffe soll abgeschossen worden sein

Update vom 24. Mai, 16.55 Uhr: Im Osten der Ukraine ist nach einem Bericht des britischen Senders BBC ein General der russischen Luftwaffe abgeschossen worden und ums Leben gekommen. Das Flugzeug von Generalmajor Kanamat Botaschow sei am Sonntag (22. Mai) über der Kleinstadt Popasna im Donbass von einer Stinger-Rakete getroffen worden, berichtete der britische Sender. Botaschow wäre der ranghöchste russische Luftwaffenoffizier, der seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine getötet wurde.

Ukrainische Medien hatten am Sonntag den Abschuss eines russischen Kampfjets vom Typ Su-25 gemeldet. Wie die BBC nun unter Berufung auf mehrere Quellen berichtet, saß Botaschow im Cockpit. Offiziell wurde der Tod des Piloten nicht bestätigt. Ukrainischen Angaben nach wäre er der neunte russische General, der im Krieg ums Leben gekommen ist.

Ein russischer Kampfjet des Typs Su-25 fliegt über dem Luftraum der Ukraine in Richtung Kharkiv. In einer solchen Maschine saß offenbar auch der getötete russische General.

Der aus dem Kaukasus stammende Offizier galt als ausgezeichneter Flieger. Allerdings wurde er 2013 nach dem Absturz mit einer Su-27 aus der Armee in die Reserve entlassen. Wie sich herausstellte, hatte er den Kampfjet ohne die nötige Zulassung geflogen. Damals konnte Botaschow sich per Schleudersitz retten.

Wie der General zum Einsatz in der Ukraine kam, ist nicht geklärt. Allerdings läuft Medien zufolge in Russland seit Monaten eine verdeckte Mobilisierung von Militärs, die in den Ruhestand versetzt wurden. So sollen bisher schon mindestens neun russische Reserveoffiziere, die älter als 50 Jahre alt waren, während des Kriegs in der Ukraine ums Leben gekommen sein.

Ukraine-Krieg: Russland beschädigte offenbar 600 Krankenhäuser durch Angriffe

Update vom 24. Mai, 15.48 Uhr: Im Ukraine-Krieg sind nach ukrainischen Angaben bereits 600 Krankenhäuser zerstört oder beschädigt worden. Etwa 100 Kliniken könnten nicht wieder aufgebaut werden, sagte das Vorstandsmitglied des Ukrainischen Ärzteverbandes Andrij Basylewytsch beim Deutschen Ärztetag in Bremen. Viele Medizinerinnen und Medziner seien getötet oder verwundet worden.

Die medizinische Versorgung sei stark beeinträchtigt. „Frauen müssen unter unzumutbaren Umständen gebären.“ Zugleich habe sich die Arbeitsbelastung verdoppelt oder verdreifacht. Verletzungen nicht nur von Soldaten, sondern auch von Zivilisten, Frauen und Kindern müssten behandelt werden, sagte der Medizinprofessor aus Lwiw.

Er dankte der deutschen Ärzteschaft für humanitäre Hilfe. Von Deutschland als einer wichtigen Nation forderte er die Lieferung schwerer Waffen und Luftabwehrwaffen. Deutschland könne auch beim Aufbau von Orthopädiewerkstätten in der Ukraine helfen, denn viele Menschen hätten Gliedmaßen verloren. Auch sollten westliche Einrichtungen Ärztinnen und Ärzten aus der Ukraine Assistenzstellen oder Praktika geben, damit sie besser ausgebildet in ihre Heimat zurückkehrten, sagte Basylewytsch.

Ukraine-Krieg: Kuleba spricht von „größter Schlacht seit Zweitem Weltkrieg“

Update vom 24. Mai, 14.55 Uhr: Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba fordert angesichts der schweren russischen Angriffe im Osten schnellere Militärhilfen des Westens. „Es ist zu früh, um zu dem Schluss zu kommen, dass die Ukraine bereits über alle Waffen verfügt, die sie benötigt“, schreibt Kuleba auf Twitter. „Die russische Offensive im Donbass ist eine erbarmungslose Schlacht, die größte auf europäischem Boden seit dem Zweiten Weltkrieg.“

Sein Land benötige insbesondere schnell Mehrfachraketenwerfer und Langstreckenartillerie. Er habe mit Blick auf die Lieferung schwerer Waffen auch mit US-Außenminister Antony Blinken telefoniert, schreibt Kuleba in einem weiteren Tweet.

Ukraine-Krieg: Wegen Mangel an Soldaten? Russland bereitet wohl Aufhebung der Altersgrenze im Militärdienst vor

Update vom 24. Mai, 14.30 Uhr: Russland bereitet die Aufhebung der Altersgrenze für den Militärdienst vor. Das geht aus der Tagesordnung der Moskauer Duma, des russischen Unterhauses, für Mittwoch (25. Mai) hervor. Laut der Gesetzesvorlage können sich nach den bisherigen Bestimmungen nur russische Bürger zwischen 18 und 40 Jahren bei der Armee verpflichten, für Ausländer gilt eine Zeitspanne zwischen 18 und 30 Jahren.

Es sei jedoch für den Einsatz von Waffen „mit hoher Präzision“ wichtig, „hoch spezialisierte Fachkräfte“ zur Armee zu holen, heißt es in den Erläuterungen weiter. Dabei ist offenbar daran gedacht, die Altersgrenze aufzuheben. Durch diese Maßnahme sollen Spezialisten in den Bereichen medizinische Unterstützung, Ingenieurswesen und Kommunikation gewonnen werden.

Bei ihrer Offensive in der Ukraine hat die russische Armee schwere materielle und menschliche Verluste zu verzeichnen, auch wenn diese von Moskau nie beziffert wurden. Im April startete Russland den Frühjahrs-Aufruf dessen Ziel es ist, rund 134.500 junge Leute einzuziehen. Die Behörden erklärten allerdings, die Rekruten würden nicht an die Front beordert.

Update vom 24. Mai, 13.44 Uhr: Nach ukrainischen Angaben sind bei einem Raketenangriff auf die Altstadt von Sewerodonezk in der Region Luhansk vier Zivilisten ums Leben gekommen. „Die Russen bombardieren das regionale Zentrum auf chaotische Weise und ununterbrochen“, schreibt der Gouverneur der Region, Serhiy Haidai, auf dem Nachrichtendienst Telegram. Alle vier Toten hätten vermutlich im selben Appartementkomplex gewohnt. Man habe außerdem Informationen erhalten, dass Russland eine Grundschule in der Kleinstadt Hirske bombardiert hat. Die Angaben sind nicht von unabhängiger Seite geprüft.

Putin-Vertrauter zu Ukraine-Krieg: „Alle vom Präsidenten gesetzten Ziele werden erreicht, anders kann es gar nicht sein“

Update vom 24. Mai, 13.20 Uhr: Nach drei Monaten Krieg gegen die Ukraine gibt sich Russland trotz Rückschlägen weiter siegesgewiss. „Trotz der umfangreichen westlichen Hilfe für das Kiewer Regime und des Sanktionsdrucks auf Russland werden wir die spezielle Militäroperation fortsetzen, bis alle Aufgaben erfüllt sind“, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Dienstag der Agentur Interfax zufolge.

Schoigu wiederholte die Behauptung, Russland habe sich zu dem Angriff gezwungen gesehen - „zum Schutz unserer Leute vor einem Genozid und auch zur Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine“. Der Vizechef des nationalen Sicherheitsrats, Nikolai Patruschew, erklärte: „Alle vom Präsidenten gesetzten Ziele werden erreicht. Anders kann es gar nicht sein, weil die Wahrheit, auch die historische, auf unserer Seite ist.“ Der ehemalige Geheimdienstchef, der zu Putins engen Vertrauten gehört, stellte seine Landsleute zugleich auf länger anhaltende Kämpfe ein. „Wir hecheln nicht irgendwelchen Fristen hinterher“, sagte er der Boulevardzeitung Argumenty i Fakty.

Russlands Präsident Wladimir Putin betrachtet mit einem Fernglas ein Militärübungen.

Ukraine-Krieg: Offenbar in Mariupol rund 200 Leichen im Keller eines Wohngebäudes entdeckt

Update vom 24. Mai, 11.55 Uhr: In Mariupol wurden offenbar rund 200 Leichen im Keller eines Wohngebäudes entdeckt. Das teilt Anton Geraschtschenko, Berater im ukrainischen Innenministerium, via Twitter mit. „Ein weiteres Massengrab in Mariupol – etwa 200 Leichen wurden im Keller eines Wohnhauses gefunden“, schreibt er. Die russischen Soldaten hätten versucht, die lokale Bevölkerung dazu zu zwingen, die Leichen abzuräumen, diese hätten sich aber geweigert. Die Angabe ist nicht von unabhängiger Seite geprüft.

Die Stadt war in den vergangenen Wochen schwer umkämpft und steht nun unter russischer Besatzung

Update vom 24. Mai, 11.35 Uhr: Nach ukrainischen Informationen soll Russlands Präsident Wladimir Putin kurz nach Kriegsbeginn Ziel eines gescheiterten Attentats gewesen sei. Das sagte der ukrainische Geheimdienst-Chef in einem Interview. Details zu dem angeblichen Attentat auf Putin lesen Sie in diesem Artikel.

Ukraine-Krieg: Ukraine kämpft jetzt mit moderner Artillerie aus Westen - und lobt Effektivität

Update vom 24. Mai, 10.46 Uhr: Die ukrainischen Truppen kämpfen im Ukraine-Krieg nach Angaben eines Militärsprechers mittlerweile „erfolgreich“ mit neu gelieferten Artilleriesystemen aus dem Westen. Nachdem die Ukraine zunächst eigene Haubitzen aus Sowjetzeiten eingesetzt habe, könne sie seit einigen Wochen moderne Artilleriesysteme verbündeter Nationen an der Front einsetzen - unter anderem von den USA gelieferte Haubitzen vom Typ M777, sagte der Armeesprecher Dmytro Pletentschuk der Nachrichtenagentur AFP.

Diese hätten sich im Kampf bereits als sehr hilfreich erwiesen, sagte er. „Für die Ukrainer, die mit der M777 schießen, ist es wie eine Umstellung von einer Dampflok auf ein E-Auto“, sagte Pletentschuk, der der Militärverwaltung der Region Mykolajiw angehört. Zu den Einsatzorten der Waffen äußerte er sich nicht.

An einem kalifornischen Luftstützpunkt werden am 22. April 2022 Panzerhaubitzen vom Typ M777 verladen, die für die Ukraine im Kampf gegen Russland bestimmt sind.

„Diese Systeme werden bereits von den ukrainischen Streitkräften eingesetzt, und sie werden sehr erfolgreich eingesetzt“, sagte er. „Unsere Feinde sind sehr traurig darüber, genauso über die hohe Effektivität dieser Artillerie.“ Die Verfügbarkeit westlicher Waffen verbessere die taktische und strategische Position der Ukraine, so der ukrainische Armeesprecher.

Die Ukraine erhält unter anderem Artilleriewaffen, Luftabwehrraketen und Waffen zur Panzerabwehr von den USA und europäischen Ländern, um sich besser gegen die russischen Angreifer verteidigen zu können.

Ukraine-Krieg: Russland erringt offenbar Gebiete im Donbass

Update vom 24. Mai, 9 Uhr: Nach Einschätzung britischer Geheimdienste hat Russland bei seiner Offensive in der Ostukraine einige lokale Fortschritte gemacht. Moskau habe die Intensität seiner Aktivitäten im Donbass deutlich verstärkt und versuche dort, mehrere Städte zu umzingeln, hieß es am Dienstagmorgen in einem Update des britischen Verteidigungsministeriums. Allerdings sei dies nur ein Teil von Russlands Mission, die gesamte Donbass-Region unter seine Kontrolle zu bringen. Der ukrainische Widerstand sei stark. Sollte sich die Frontlinie im Donbass weiter nach Westen verschieben, werde dies mutmaßlich weitere logistische Schwierigkeiten für die Russen mit sich bringen, so die britischen Geheimdienste.

Ukraine-Krieg: Russland versucht im Donbass „alles Lebende zu eliminieren“ - Berater hält Mariupol-Ziel für erreicht

Erstmeldung: Kiew - Die russischen Streitkräfte versuchen laut der ukrainischen Regierung mit heftigen Bombardierungen Schlüsselpositionen im Osten der Ukraine zu erobern. Die Lage im Donbass sei sogar „extrem schwierig“, da die Russen versuchten, „alles Lebende zu eliminieren“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in der Nacht zum Dienstag (24. Mai). Russland versucht demnach die Städte Sewerodonezk und Lyssytschansk einzukreisen. Das Verteidigungsministerium berichtete von heftigen Kämpfen um Bachmut.

Ukraine-Krieg: „Wir haben einen Punkt erreicht, an dem wir dabei sind, Evakuierungen zur Pflicht zu machen“

Zerstörte Straßenbahnen stehen am 21. Mai in einem Depot in Mariupol, einem Gebiet unter der Regierung der Volksrepublik Donezk im Osten der Ukraine.

Der Fall von Bachmut in der Region Donezk würde den russischen Truppen die Kontrolle über einen entscheidenden Knotenpunkt verschaffen, der derzeit als Kommandozentrale für einen Großteil der ukrainischen Kriegsanstrengungen im Osten dient. „Wir haben einen Punkt erreicht, an dem wir dabei sind, Evakuierungen zur Pflicht zu machen“, erklärte der Leiter der Militärverwaltung von Bachmut, Serhij Kalian.

Der Gouverneur von Luhansk, Serhij Gajdaj, berichtete hingegen von so schwerem Beschuss in Sewerodonezk, dass Evakuierungen unmöglichen seien. „Eine solche Dichte des Beschusses wird es uns nicht erlauben, die Menschen in aller Ruhe zu sammeln und sie zu holen“, erklärte er auf Telegram.

Reaktionen aus Deutschland auf den Ukraine-Krieg lesen Sie in diesem News-Ticker.

Ukraine-Krieg: Ukrainischer Verteidigungsberater sieht Hauptziel in Mariupol erreicht

Eine weiterer Fokuspunkt bisher im Ukraine-Krieg: Mariupol. Trotz des Falls der Hafenstadt sieht ein Berater des ukrainischen Verteidigungsministers das militärische Hauptziel dort als erreicht an. „Das Hauptziel wurde erreicht in Mariupol. Es war, die russischen Gruppierungen zurückzuhalten, (...) mehr als 20.000 russische Soldaten. Und das wurde möglich gemacht Dank der Heldentaten der Verteidiger von Mariupol und der Verteidiger, die später in Azovstal waren“, sagte Jurij Sak am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. Dadurch hätten die russischen Truppen keine anderen Gebiete im Osten der Ukraine erobern können.

Die Soldaten von Azovstal hätten den Ukrainern Zeit gegeben, sich neu zu gruppieren und mehr Militärhilfe von ihren internationalen Partnern zu erhalten. „Aus dieser Perspektive wurde das Ziel erreicht“, so Sak. Die letzten ukrainischen Kämpfer im Asow-Stahlwerk in Mariupol hatten sich in der vergangenen Woche ergeben.

Ein kremltreuer Journalist soll derweil im TV den Standort eines Mörsers bekannt gegeben haben. Kurz darauf konnte das Geschütz zerstört werden, so die Ukraine. (dpa/AFP/cibo)

Rubriklistenbild: © Alexander Reka/Imago

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