Dem Moderator verschlug es die Sprache

Bei Markus Lanz: Heiner Geißler attackiert das ZDF

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Am Donnerstagabend diskutierte Markus Lanz mit seinen Studiogästen über die jüngsten Ereignisse in Dresden.

Mainz - Das hätte wohl niemand erwartet: In Markus Lanz' Talkrunde, in der es eigentlich um die Geschehnisse in Dresden ging, attackierte Heiner Geißler das ZDF.

Am Donnerstagabend diskutierte Markus Lanz mit seinen Gästen - der Schauspielerin Nina Bott, dem Schriftsteller Jonas Jonasson, dem Politiker Heiner Geißler und Max Strauß (dem Sohn von Franz Josef Strauß) - ein Thema, das Deutschland momentan in Atem hält: Die erschreckenden Geschehnisse in Dresden. Die Sendung verlief allerdings etwas anders, als Lanz erwartet hätte - der Moderator hatte die Rechnung nämlich ohne Heiner Geißler gemacht.

Gleich zu Beginn lenkte Lanz das Gespräch auf die jüngsten Pöbeleien in der sächsischen Hauptstadt. Ausgerechnet am Tag der deutschen Einheit hatten dort hunderte Pegida-Demonstranten die Spitzenpolitiker aus Berlin mit wütenden Parolen und skandierten Hasstiraden empfangen. 

Geißler kritisiert das ZDF

Als Lanz das Wort an den ehemaligen CDU-Generalsekretär Heiner Geißler richtete, und ihn fragte, ob er denn erwartet hätte, dass der Tag der Deutschen Einheit einmal so gefeiert werden würde, erlebte er eine böse Überraschung. Denn der ehemalige Politiker, der bekannt dafür ist, nie ein Blatt vor den Mund zu nehmen,kritisierte weder die rechten Pöbler, noch die sächsische Polizei - sondern die deutschen Medien und das ZDF: "Es wurde gefeiert, aber wie. Das war ein Fernseh-Fehler und das muss ich auch zum ZDF sagen. 500 Leute haben gepöbelt. Dresden hat jedoch 300.000 Einwohner, von denen die meisten mitgefeiert haben. Und dann wurde die Hälfte der Zeit in den Medien nur die Pöbelei gezeigt.“ Geißler vertrat die strikte Meinung, dass das falsche Verhalten der Medien mitverantwortlich ist für die voran schreitende Radikalisierung der Bevölkerung. "Lügenpresse ist sicher der falsche Begriff", räumte er zwar ein. "Doch wir haben eine Sensationsmedienkultur." 

Lanz ringt um Fassung 

Leider ließ sich der Moderator, dem es daraufhin offenbar kurzzeitig die Sprache verschlug, nicht auf eine Diskussion mit dem 86-Jährigen ein. 

Anstatt seinen Sender zu verteidigen oder zumindest Stellung zu den Vorwürfen zu beziehen, verlor der perplex wirkende Lanz lieber kein weiteres Wort über die Angelegenheit und ging sofort zum nächsten Thema über.  

sl

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