Massen-Disqualifikation bei Irak-Wahl

Bagdad - Sieben Wochen nach der Parlamentswahl im Irak hat ein Gericht 52 Kandidaten disqualifiziert, darunter einen siegreichen Bewerber. Noch viel mehr Beschwerden wurden hingegen abgewiesen.

Weil es sich bei ihm um ein Mitglied der Liste des siegreichen früheren Ministerpräsidenten Ajad Allawi handelt, könnte die Entscheidung die Mehrheitsverhältnisse zugunsten des unterlegenen Amtsinhabers Nuri al-Maliki ändern.

Allawis Koalition Irakija hatte bei der Wahl am 7. März 91 Mandate gewonnen, das Parteienbündnis von Al-Maliki 89. Noch sei unklar, welche Auswirkungen die Gerichtsentscheidung auf das Wahlergebnis habe, erklärte das für die Kontrolle von Wahlen zuständige Gremium am Montag.

Der disqualifizierte Irakija-Kandidat Ibrahim al Mutlak nannte die Gerichtsentscheidung politisch motiviert, um Al-Maliki in Führung zu bringen. Das Gericht hatte aufgrund einer Beschwerde des Ministerpräsidenten bereits die Neuauszählungen aller Stimmen aus der Provinz Bagdad angeordnet. 140 andere Beschwerden wurden nach Angaben der Wahlkommission dagegen abgewiesen.

DAPD

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