Massendemo in Kairo

+
Auf dem Tahrir Platz in Kairo demonstrieren Ägypter für schnelle Reformen.

Kairo - Einen Monat nach Beginn der Massenproteste gegen Husni Mubarak haben sich auf dem Tahrir-Platz in Kairo Demonstranten versammelt, um eine Beschleunigung der Reformen zu fordern.

Nach Angaben von Augenzeugen versammelten sich am Morgen rund 2000 Menschen auf dem Platz. Sie riefen: “Das Volk und die Armee arbeiten Hand in Hand“ und “Freiheit, Freiheit.“

Die Organisatoren erwarten, dass sich der Platz nach dem Mittagsgebet füllen wird. Ein Vertreter der Jugendbewegung sagte, die Demonstration habe auch den Zweck, die Militärführung dazu zu bringen, einen verbindlichen Zeitplan für die nächsten Schritte hin zu einer Reform des Systems festzulegen.

An diesem Samstag soll ein vom Militär eingesetztes Komitee von Juristen eine geänderte Verfassung vorlegen. Nach Berichten der ägyptischen Medien vom Freitag sollen künftig auch Parteilose für das Amt des Präsidenten kandidieren dürfen. Die Amtszeit soll von sechs auf vier oder fünf Jahre reduziert werden. Außerdem darf der Präsident - wie in den USA - nur einmal wiedergewählt werden. Alle Wahlen sollen von Justizbeamten überwacht werden.

Inspiriert vom Volksaufstand der Tunesier hatten ägyptische Oppositionelle am 25. Januar mit landesweiten Protesten gegen das Mubarak-Regime begonnen. Nach gewalttätigen Auseinandersetzungen, bei denen nach Regierungsangaben mindestens 365 Menschen starben, hatte sich Mubarak zweieinhalb Wochen später in den Badeort Scharm el Scheich abgesetzt. Anschließend übernahm ein Militärrat die Macht.

dpa

Meistgelesen

Die Vereidigung von Bundespräsident Steinmeier im Ticker zum Nachlesen
Die Vereidigung von Bundespräsident Steinmeier im Ticker zum Nachlesen
Kabinett will verurteilte Homosexuelle rehabilitieren
Kabinett will verurteilte Homosexuelle rehabilitieren
Angela Merkel: So stehen ihre Chancen, Kanzlerin zu bleiben
Angela Merkel: So stehen ihre Chancen, Kanzlerin zu bleiben
Nach Erdogans Drohung: EU bestellt türkischen Botschafter ein
Nach Erdogans Drohung: EU bestellt türkischen Botschafter ein

Kommentare