Bisher waren nur in einem Fall Vorwürfe erfunden

Mehr als 800 Anzeigen nach den Übergriffen in Kölner Silvesternacht

Köln - Fast drei Wochen nach den Übergriffen in der Silvesternacht sollen derzeit 809 Anzeigen bei der Kölner Polizei eingegangen sein. Das sagt der Oberstaatsanwalt am Dienstag.

Bei der Polizei gehen auch fast drei Wochen nach den Übergriffen in Köln weitere Anzeigen ein. Mittlerweile seien es 809, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer am Dienstag - am Tag zuvor waren es noch 766 gewesen. Sexualstraftaten seien von 521 Personen angezeigt worden. Zudem werden zum Beispiel Diebstähle und Körperverletzungen gemeldet.

Vorwurf: Diebstahl, Raub, Hehlerei, Widerstand gegen die Staatsgewalt - und sexuelle Nötigung

In der Kölner Silvesternacht hatten Männergruppen Frauen umzingelt, sexuell bedrängt und bestohlen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bislang gegen 21 Beschuldigte aus Nordafrika, acht davon sitzen in Untersuchungshaft. 

Den Männern werden Diebstahl, Raub, Hehlerei oder Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen, in einem Fall auch sexuelle Nötigung. Bislang sei nur in einem Fall bei einer Überprüfung festgestellt worden, dass es sich um erfundene Vorwürfe gehandelt habe, sagte Bremer.

Nach Einschätzung der Opferorganisation Weißer Ring empfinden besonders Opfer von Sexualdelikten oft Angst, Scham und Hilflosigkeit nach einer Tat. Das könne sie unter Umständen hemmen, zur Polizei zu gehen.

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Nach Übergriffen in Köln: Erster Verdächtiger in U-Haft

Studentin berichtet über Silvester in Köln: Anders als erwartet

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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