Merkel feiert 56. Geburtstag in China

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Angela Merkel besucht China.

Xi'an - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihren China-Besuch im nordwestlichen Xi'an fortgesetzt. Die CDU-Vorsitzende feiert am Samstag ihren 56. Geburtstag. Sie besucht die Terrakotta-Armee.

Zu den ersten Gratulanten gehörte Ministerpräsident Wen Jiabao, der Merkel die Sehenswürdigkeiten der 8,3 Millionen-Einwohnerstadt zeigen wollte. Auch ein gemeinsames Gespräch mit Bürgern ist geplant. Vor Beginn ihrer vierten China-Reise in fünf Jahren sollte sie für das Besuchsprogramm einen Wunsch äußern. Merkel entschied sich für die Besichtigung der weltberühmten Terrakotta-Armee nahe Xi'an. Die heutige Provinzhauptstadt war die erste Hauptstadt des Kaiserreichs. Sie ist seit einigen Jahren eine Entwicklungszone der Hochtechnologie. Die Stadt hat sich zu einem wichtigen Verkehrs-, Finanz- und Handelszentrum Westchinas entwickelt.

Geburtstagskind Merkel bei der Terracotta-Armee

Geburtstagskind Merkel bei der Terracotta-Armee

Merkel wird von deutschen Topmanagern begleitet. Hauptanziehungspunkt der Stadt ist die 1974 bei Brunnenbohrungen unterirdisch entdeckte Terrakotta-Armee des ersten chinesischen Kaisers Qin Shi Huangdi, der von 221 bis 210 vor Christus regierte. Sie umfasst rund 7000 Soldaten und 600 Pferde in Gefechtsaufstellung. 

Merkel geht in die Offensive

Die Beziehungen zwischen Deutschland und China haben nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel eine "neue Ebene" erreicht. Sie habe sehr offene Gespräche geführt, in denen auch Probleme etwa für deutsche Firmen oder Fragen der Menschenrechte angesprochen worden seien, sagte die Kanzlerin am Samstag in der chinesischen Stadt Xi'an. Dort wurde der CDU-Vorsitzenden am vorletzten Tag ihrer Asienreise eine besondere Ehrung zuteil: Zu ihrem 56. Geburtstag bekam sie eine silberne Weinkaraffe geschenkt.

"Ich glaube, es ist bekannt, dass wir in den Gesprächen nicht um den heißen Brei herumreden, sondern die Dinge beim Namen nennen", sagte Merkel. Das werde von chinesischer Seite akzeptiert. Auch sei man sich bei der Bewältigung der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise in vielen Fragen nähergekommen. Der Weg Chinas sei in den vergangenen Jahren beachtlich gewesen, betonte Merkel. China sei in vielen Bereichen ein Wettbewerber geworden. Die Menschen seien neugierig und kämpften für ihren Wohlstand. Daher freue sie sich, "ein Land wie die Bundesrepublik Deutschland zu vertreten, das China viele Innovationen zeigen kann, und dass China von uns lernen kann. Wir können eben auch stolz darauf sein, was wir erfunden, entwickelt und auch produziert haben", sagte die Kanzlerin.

Wen bekräftigt stabiles Investitionsklima

Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao erklärte bei einem Wirtschaftsforum mit Merkel sowie deutschen und chinesischen Spitzenmanagern, das Investitionsklima seines Landes sei stabil. Anderslautende Vorwürfe seien unwahr, sagte der Regierungschef laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Zudem betonte Wen, Peking werde den Export seltener Metalle nicht blockieren, die für die Herstellung von High-Tech-Produkten benötigt werden. Die Metalle sollten aber zu einem vernünftigen Preis und in einer angemessenen Menge ans Ausland verkauft werden, sagte Wen laut Xinhua. Die Volksrepublik hat im vergangenen Jahr Bedenken hervorgerufen mit der Ankündigung, eine Reserve für seltene Metalle anzulegen. Merkel erklärte, seltene Erden würden "als ein sehr neues und ganz wichtiges Problem angesehen". Es gebe Bedenken, "da wir nicht solche Rohstoffe haben, ob es gute Zugangsbedingungen gibt". Der von Merkel geforderte offene Dialog wurde bei dem Wirtschaftsforum nach Teilnehmerangaben tatsächlich geführt. BASF-Chef Jürgen Hambrecht kritisierte, dass Investitionen und Ausschreibungen in China häufig mit dem Zwang zu Technologietransfer verknüpft würden. Siemens-Chef Peter Löscher mahnte faire Bedingungen bei Ausschreibungen an. Sehr unzufrieden seien deutsche Firmen immer noch mit der Produktpiraterie in China.

dpa/ap

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