Merkel sieht ostdeutsche Erfolgsgeschichten

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung in Deutschland seit der Wiedervereinigung.

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung in Deutschland seit der Wiedervereinigung. Sie sieht viele ostdeutsche Erfolgsgeschichten.

“Unter dem Strich ist die Bilanz von 20 Jahren Einheit für mich im Wesentlichen positiv“, sagte Merkel in einem am Sonntag vorab veröffentlichten Interview der Zeitschrift “Super Illu“. Es gebe inzwischen unendlich viele ostdeutsche Erfolgsgeschichten. Auch werde zu wenig über die Menschen in Ostdeutschland gesprochen, die sich für ältere Mitmenschen, für die Jugend oder für ihre Heimat engagieren. Merkel räumte ein, es habe nach der Wiedervereinigung eine gewisse Fremdheit gegeben, weil das Alltagsleben in den neuen Bundesländern komplett umgekrempelt worden sei. “Sich auf all das neu einzustellen - da haben die Ostdeutschen seit 1990 aber eine unglaubliche Leistung erbracht“, sagte sie.

Auch habe es in den 1990er Jahren im Osten eine hohe Arbeitslosigkeit gegeben. “Während der schwierigen 90-er fiel es mir manchmal auch nicht leicht, von den 'blühenden Landschaften' zu sprechen. Inzwischen finde ich allerdings, dass der Begriff die Realität weiter Teile Ostdeutschlands im Jahr 2010 recht gut beschreibt“, sagte sie. Merkel erinnerte daran, dass sich die Mehrzahl der DDR-Bürger bei der Volkskammerwahl im März 1990 für die Parteien entschieden habe, die einen Beitritt der DDR zur Bundesrepublik gemäß Artikel 23 des Grundgesetzes wollten. “Die Lage war völlig eindeutig: Die Menschen hatten keine Lust zu warten oder irgendeinen 'dritten Weg' einzuschlagen, sie wollten die deutsche Einheit. Das war damals unser politischer Auftrag - und den haben wir erfüllt“, sagte sie.

Merkel betonte, im Moment gebe es keinen Grund, den 2019 endenden Solidarpakt danach fortzusetzen. “Natürlich wird auch danach ein Finanzausgleich unter den Ländern existieren“, sagte sie. Aber insgesamt müssten sich die neuen Länder auf mehr Eigenständigkeit einstellen. “Ich glaube, dass einige es bis 2019 durchaus schaffen können, beim Wohlstandsniveau zum Durchschnitt der westdeutschen Flächenländer aufzuschließen“, sagte die Kanzlerin.

dapd

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