Kanzlerin steht weiter hinter Ministerin Aigner

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (r, CSU) unterhalten sich .

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht im Dioxin-Skandal weiter hinter ihrer Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU).

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin, Merkel habe sich am Wochenende eingeschaltet und sowohl mit Aigner als auch mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister (CDU) telefoniert, weil sich der Skandal ausgeweitet habe. “Es waren Informationsgespräche“, betonte Seibert.

Merkel unterstütze sowohl Aigner als auch Niedersachsen bei der Aufklärung des Skandals und bei den nötigen Konsequenzen daraus, berichtete Seibert über die Telefongespräche. “Über den Wortlaut geben wir keine Auskunft“, fügte er hinzu.

Einem Bericht der “Bild“-Zeitung (Onlineausgabe) zufolge soll Merkel mit den Kontrahenten gesprochen haben, um für “Ruhe“ zu sorgen. Aigner habe ihre Forderung nach “personellen Konsequenzen“ in Niedersachsen wegen der neuerlichen Ausweitung des Dioxin-Skandals zurückgenommen. Hinter den Kulissen habe sich McAllister bei Aigners Parteichef Horst Seehofer “mit deutlichen Worten“ beschwert, heißt es.

Wer in welchem Bundesland regiert

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Der Dioxin-Verdacht gegen einen weiteren Futtermittelhersteller in Niedersachsen hatte am Wochenende zum offenen Streit zwischen Aigner und der schwarz-gelben Landesregierung in Hannover geführt. Aigner warf dem Land schwere Versäumnisse vor, forderte McAllister zum Durchgreifen auf und verlangte personelle Konsequenzen.

Der designierte niedersächsische Landwirtschaftsminister Gert Lindemann (CDU) und McAllister wiesen die Vorwürfe zurück. Einfach auf Zuruf der Bundesministerin werde er garantiert keinen politischen Beamten, der derzeit das Krisenmanagement in Niedersachsen leite, an die Luft zu setzen, sagte Lindemann.

Aigners Sprecher Holger Eichele erklärte, zum Zwist zwischen der Ministerin und Niedersachsen sei es gekommen, weil Aigner am Freitag bis 19.00 Uhr im Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Oldenburg gewesen und nicht über die Ausweitung des Skandals informiert worden sei, obwohl die Information bereits ab 17.00 Uhr vorgelegen habe. Das sei erst am Tag darauf geschehen.

dapd

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