Zuwanderungsstreit: Merkel verteidigt Seehofer

Berlin - Nach einem Telefonat über seine umstrittenen Äußerungen zur Zuwanderung stellt sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hinter Horst Seehofer.

“Die Bundeskanzlerin hat heute Morgen sehr ausführlich mit Herrn Seehofer telefoniert und er hat ihr seine Motivation und seine Betrachtung der Dinge geschildert. Das war für sie nachvollziehbar“, sagte Vize-Regierungssprecherin Sabine Heimbach am Montag in Berlin. “Insofern gibt es da keinen weiteren Dissens.“

Es sei selbstverständlich, dass sich der bayerische Ministerpräsident zu dem Thema äußere. Auf die Kritik Seehofers am Integrationswillen von Türken und Arabern und seine Ablehnung zu weiterer Zuwanderung aus anderen Kulturkreisen ging sie nicht direkt ein. Heimbach sagte: “Ich denke, dass überhaupt kein Zweifel an dem Willkommen der Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen besteht.“

Merkel setzt bei Fachkräftemangel auf Arbeitslose

Merkel fordert mit Blick auf die EU-Freizügigkeit 2011, im Kampf gegen Fachkräftemangel vor allem auf Arbeitslose zu setzen. “Wenn es um Fachkräfte geht, sollten wir - und das ist auch die Überzeugung der Bundeskanzlerin - das vorhandene Potenzial ausschöpfen“, sagte Heimbach. “Wir haben immer noch eine Arbeitslosenzahl von rund drei Millionen. Wir haben eine große Zahl von Langzeitarbeitslosen.“ Sie betonte, dass keine rechtlichen Änderungen geplant seien.

Rubriklistenbild: © dpa

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