Europaweite Proteste

„Fridays for Future“: Schüler gehen in rund 100 Ländern für Klimaschutz auf die Straße

+
"Fridays For Future" - Köln

Die #FridaysforFuture-Bewegung nimmt auf der ganzen Welt noch mehr Fahrt auf: In mehr als 100 Ländern wird an diesem Freitag gleichzeitig protestiert.

Die „Fridays for Future“-Bewegung rüttelte erst Europa auf und ist jetzt endgültig global geworden: Am heutigen Freitag, den 24. Mai, finden internationale Proteste für mehr Klimaschutz statt – und die könnten noch deutlich mehr Teilnehmer haben, als beim ersten Mal Mitte März. Von Melbourne bis Madrid, von Kapstadt bis Köln gingen damals bereits Schüler und ihre Unterstützer auf die Straße. In Deutschland schätzten die Veranstalter die Teilnehmer an diesem Freitag auf etwa 300.000.

Drei Tage vorher sind in etwa 1300 Städten in 109 Ländern auf der ganzen Welt Kundegebungen geplant, davon alleine 212 in Deutschland. Unter www.fridaysforfuture.org/events/list führt das Netzwerk eine laufend aktualisierte Liste der Orte.

Greta Thunberg: „Jeder wird gebraucht“

Die Kernforderungen der „Fridays for Future“-Bewegung: ein schnelles Aus für die klimaschädliche Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, keine Subventionen mehr für diese Energieträger, mehr Investitionen in erneuerbare Energien aus Windkraft und Sonne.

Die Protestbewegung stammt aus Schweden. Initiatorin ist die Schülerin Greta Thunberg. Die 16-Jährige demonstriert seit vergangenem August jeden Freitag - also meistens während der Schulzeit - für mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz. Ihr Schulstreik hat weltweit Menschen zu Demonstrationen inspiriert. 

„Jeder ist willkommen. Jeder wird gebraucht“, twitterte sie im Vorfeld des globalen Protesttags.

Studentin Luisa Neubauer (22) gilt als die deutsche Greta Thunberg. Sie sprach bereits auf der RWE-Hauptversammlung und wurde von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hofiert.

Kritik an „Fridays for Future - Shitstorm für Lindner (FDP)

Ein deutscher Politiker sorgte mit seiner Kritik an der Protestbewegung für Aufsehen: „Ich finde politisches Engagement von Schülerinnen und Schülern toll. Von Kindern und Jugendlichen kann man aber nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sehen. Das ist eine Sache für Profis“, äußerte FDP-Chef Christian Lindner.

Anfang Mai forderte die Linksfraktion die Ausrufung des Klimanotstands durch den Bundestag – auch eine Forderung von „Fridays for Future“. Verbunden ist dies mit der Forderung nach der umgehenden Verabschiedung eines nationalen Klimaschutzgesetzes. Damit würde Deutschland dem Beispiel Großbritanniens und Irlands sowie zahlreicher Städte folgen. International sind dies unter anderem Basel, Oakland und Vancouver.

dpa/AFP/frs

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Hollywood-Star von Greta Thunberg inspiriert - dann wird Schauspielerin festgenommen
Hollywood-Star von Greta Thunberg inspiriert - dann wird Schauspielerin festgenommen
Syrien-Konflikt: Merkel telefoniert mit Erdogan - und stellt Forderung an Türkei
Syrien-Konflikt: Merkel telefoniert mit Erdogan - und stellt Forderung an Türkei
Wahl in Polen: Rechtskonservative Regierungspartei PiS bleibt stärkste Kraft 
Wahl in Polen: Rechtskonservative Regierungspartei PiS bleibt stärkste Kraft 
Dieter Nuhr legt gegen Greta Thunberg nach: „Was ich vergessen habe zu sagen ...“
Dieter Nuhr legt gegen Greta Thunberg nach: „Was ich vergessen habe zu sagen ...“

Kommentare