Thunberg muss wieder zurück

Nach Absage aus Chile: UN-Klimakonferenz in Madrid

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Wegen der heftigen sozialen Proteste im Land hat Chile die Ausrichtung des UN-Klimagipfels (COP25) abgesagt. Foto: Esteban Felix/AP/dpa

Jetzt ist es offiziell: Die UN-Klimakonferenz kann wie geplant stattfinden - aber in Madrid statt in Chile. Klimaaktivistin Thunberg überlegt schon, wie sie erneut den Atlantik überqueren kann.

Madrid/Bonn (dpa) - Nach der Absage Chiles springt Madrid als Gastgeber für die UN-Klimakonferenz ein. Sie freue sich mitzuteilen, dass das verantwortliche Gremium zugestimmt habe, dass das zweiwöchige Spitzentreffen der Klimadiplomatie vom 2. bis 13. Dezember in der spanischen Hauptstadt stattfinde.

Das teilte die Klimachefin der Vereinten Nationen, Patricia Espinosa, am Freitag mit. Damit muss die Konferenz nicht verschoben werden.

Auf den UN-Klimagipfeln verhandeln die Staaten über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Es hat zum Ziel, die Erderhitzung auf unter zwei Grad zu begrenzen. Dafür reichen die bisherigen Anstrengungen beim Einsparen von Treibhausgasen nicht aus. Vergangenes Jahr im polnischen Kattowitz (Katowice) hatten die Teilnehmer sich auf ein gemeinsames Regelwerk geeinigt. Diesmal geht es unter anderem drum, wie Länder untereinander mit Verschmutzungsrechten handeln können.

Die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg will offenbar trotz des Ortswechsels dabei sein. Sie müsse jetzt eine Möglichkeit finden, den Atlantik im November zu überqueren, schrieb sie auf Twitter. "Es stellt sich heraus, dass ich um die halbe Welt gereist bin, in die falsche Richtung", schrieb die 16 Jahre alte Schwedin, die an diesem Freitag in Los Angeles demonstrieren wollte. Wenn jemand helfen könne, ein Verkehrsmittel zu finden, sei sie dankbar. Sie habe sich so auf Süd- und Mittelamerika gefreut, schrieb sie. Es gehe aber nicht um ihre Erfahrungen und Reisewünsche.

Thunberg war auf einem Segelschiff über den Atlantik mitgefahren, weil sie als Zeichen für mehr Klimaschutz nicht fliegen wollte. Sie sprach in New York vor den Vereinten Nationen, aber auch die geplante Klimakonferenz in Santiago de Chile war ein Grund für die mühsame Reise. Nachdem Chile diese wegen der heftigen sozialen Proteste im Land abgesagt hatte, bot Spaniens Regierung Hilfe an.

Auch Bonn war als Ersatz-Gastgeber im Gespräch gewesen. Dort hat das Klimasekretariat der UN seinen Sitz, die Stadt war 2017 schon einmal Ersatz-Gastgeber für Fidschi. Der Inselstaat hatte zwar den Vorsitz der Konferenz, hätte aber Probleme gehabt, so viele Menschen unterzubringen. 2018 waren beispielsweise mehr als 20.000 Teilnehmer aus aller Welt nach Polen gereist.

Für Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez und seine Sozialistische Arbeiterpartei ist die kurzfristige Zusage auch ein Signal im Wahlkampf. Am 10. November wird in Spanien gewählt. Sanchéz schrieb auf Twitter, Spanien arbeite bereits an der Organisation der COP25 genannten Konferenz. "Unsere Regierung verpflichtet sich weiterhin zu dauerhaftem Fortschritt und zu einem gerechten ökologischen Übergang."

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