Nach Hafturteil

Berlusconis Anwälte wollen in Berufung gehen

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Italiens früherer Ministerpräsident Silvio Berlusconi

Rom - Nach der Verurteilung des ehemaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi wollen seine Anwälte in Berufung gehen.

Bis zum 9. November soll ein entsprechender Antrag beim Mailänder Berufungsgericht vorgelegt werden, berichteten italienische Medien. Der „Cavaliere“ war wegen Steuerbetrugs und der Machenschaften seines Konzerns Mediaset zu vier Jahren Haft verurteilt worden, von denen drei aufgrund einer Amnestie aus dem Jahr 2006 sofort wieder erlassen wurden. Die italienische Richtervereinigung wies am Samstag den Vorwurf Berlusconis, das Urteil sei politisch motiviert gewesen, scharf zurück.

Das Gefängnis wird der 76-Jährige wohl nicht von innen sehen. Er kann insgesamt zwei Mal Berufung gegen das Urteil einlegen, wobei sich die Verfahren über Jahre hinziehen können. Die Verjährungsfrist für die im Mailänder Prozess verhandelten Straftatbestände endet bereits im kommenden Jahr. Bislang kam es in keinem der zahlreichen Prozesse gegen den Milliardär zu einer rechtswirksamen Verurteilung.

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Für die Berufung haben seine Anwälte 15 Tage Zeit. Spätestens einen Tag vor dem Ablauf der Frist am 10. November soll sie eingereicht werden, berichtete der „Corriere della Sera“.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine geringere Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten gefordert. Der Richterspruch beinhaltet zudem eine Millionenstrafe und ein fünfjähriges Verbot zur Ausübung öffentlicher Ämter. Erst diese Woche hatte Berlusconi eine Kandidatur bei der für kommendes Frühjahr geplanten Parlamentswahl ausgeschlossen. Ferner darf er laut dem nicht rechtskräftigen Gerichtsurteil drei Jahre lang kein Unternehmen mehr führen.

"Das hätte ich nie gedacht"

In einer ersten Reaktion auf das jüngste Urteil zeigte sich der frühere Regierungschef ebenso streitbar wie überrascht. „Meine Anwälte und ich hätten nie gedacht, dass solch ein Schuldspruch möglich wäre“, sagte Berlusconi in einem Telefoninterview von Italia 1, einem privaten TV-Sender aus seiner Mediengruppe Mediaset. Das Urteil könne er nur als unglaublich und inakzeptabel beschreiben. Es sei das Ergebnis „politisierter“ Richter, die Italien unbewohnbar gemacht hätten. Das Land sei keine Demokratie mehr, sondern ein unzivilisiertes und barbarisches Land, erklärte Berlusconi weiter.

„Wir weisen diese Angriffe und Beleidigungen scharf zurück“, sagte der Präsident der italienischen Richtervereinigung, Rodolfo Sabelli der Nachrichtenagentur ANSA. „Es kann überhaupt keine Rede von einem politischen Urteil oder einer Barbarei sein.“

dapd

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