Netzbetreiber schlagen Alarm: "Sind am Limit"

Berlin - Die Stromnetzbetreiber sehen mit dem Wegfall von acht Atomkraftwerken eine nur noch schwer zu beherrschende Situation erreicht.

"Wir fahren die Netze kontinuierlich am Limit", sagte der Geschäftsführer des Übertragungsnetzbetreibers Tennet, Martin Fuchs, am Mittwoch in einer Anhörung des Bundestags-Umweltausschusses. Es gebe Stunden, in denen 8000 Megawatt Strom importiert werden müssten - das entspricht fast der Leistung von acht Atomkraftwerken. Es gebe hohe Schwankungen, betonte Fuchs. Während es 2003 noch zwei Eingriffe in die Stromproduktion pro Jahr zur Stabilisierung der Netze gegeben habe, seien es in den vergangenen Jahren durch die schwankende Ökostromproduktion etwa 300 pro Jahr gewesen.

Seit der Abschaltung von acht Kernkraftwerken im Rahmen des Moratoriums Mitte März seien es aber allein im Gebiet von Tennet 900 Eingriffe gewesen. Das führe zu Mehrkosten für die Netzbetreiber von bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr. Das Problem bei einem angestrebten Ökostromanteil von 35 Prozent bis 2020 sei, dass der Bedarf an wind- und sonnenarmen Tagen nur zu 5 Prozent mit erneuerbaren Energien gedeckt werden könnte, an anderen Tagen aber zu 180 Prozent. Daher müssten dringend Stromspeicher her.

dpa

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