Neue UN-Sanktionen gegen Nordkorea

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Der UN-Sicherheitsrat hat neue Sanktionen gegen Nordkorea verhängt.

New York - Der UN-Sicherheitsrat hat erstmals Sanktionen gegen nordkoreanische Personen und Unternehmen verhängt. Außerdem dürfen bestimmte Materialien nicht mehr dorthin verkauft werden.

Ein Ausschuss des UN-Sicherheitsrats hat am Donnerstag neue Sanktionen gegen Nordkorea beschlossen. Demnach werden fünf Unternehmen und fünf ranghohe nordkoreanische Vertreter wegen des umstrittenen Atomprogramms mit Reiseverboten belegt. Zudem werden ihre Konten eingefroren.

Zwei Materialien, die für den Bau ballistischer Raketen genutzt werden können, dürfen zudem nicht mehr in das kommunistische Land exportiert werden. Die Sanktionen wurden von allen 15 Sicherheitsratsmitgliedern mitgetragen und gelten ab sofort. Der japanische UN-Botschafter Yukio Takasu sprach nach dem Beschluss von einer “großen Leistung“.

Der Vorsitzende des Sicherheitsratsausschusses, der stellvertretende türkische UN-Botschafter Fazli Corman, betonte, es sei ein großer Schritt, dass erstmals Sanktionen gegen einzelnen Personen beschlossen worden seien. “Das zeigt, dass die Sanktionen jetzt ein höheres Niveau erreichen.“ Der britische UN-Botschafter John Sawers sagte, die Beschlüsse seien ein bedeutender Schritt, um Nordkoreas Streben nach Massenvernichtungswaffen zu unterbinden. Die USA zeigten sich ebenfalls zufrieden, auch die Vetomacht China, die traditionelle Schutzmacht des Regimes in Pjöngjang, stellte sich hinter den Beschluss.

Reaktion auf nordkoreanischen Atomwaffentest

Die Sanktionen richteten sich unter anderem gegen das Generalbüro für Atomenergie, Nordkoreas wichtigste Atombehörde, die auch das Kernforschungszentrum in Yongbyon betreibt. Zudem wurden drei in Pjöngjang ansässige Handelsunternehmen mit Sanktionen belegt: Namchongang, Korea Hyoksin, Korean Tangun. Auch eine in Teheran ansässige Firma stand auf der Liste, Hong Kong Electronics. Die fünf mit Sanktionen belegten Personen waren hauptsächlich ranghohe Vertreter der oben genannten Institutionen.

Zudem ist nunmehr für alle UN-Mitgliedsstaaten der Verkauf von einigen Graphit- und Para-Aramid-Stoffen an Nordkorea verboten, da diese zum Waffenbau genutzt werden können. Die Beschlüsse sind eine Folge der UN-Resolution 1874, mit der der Sicherheitsrat am 12. Juni auf einen nordkoreanischen Atomwaffentest vom 25. Mai reagierte. Seither hat das Regime in Pjöngjang auch weitere Raketen getestet, wogegen der Sicherheitsrat protestiert hat.

AP

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