Neue Vorwürfe gegen Timoschenko

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Julia Timoschenko sitzt derzeit im Gefängnis.

Kiew - Die wegen Amtsmissbrauchs inhaftierte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko soll Einnahmen in Millionenhöhe nicht versteuert haben. Doch die Oppositionsführerin wehrt sich.

Die heutige Oppositionsführerin habe in den 1990er Jahren auf 165 Millionen US-Dollar (heute gut 120 Millionen Euro) keine Abgaben gezahlt, teilte die Steuerbehörde in Kiew am Freitag mit. Timoschenko leitete damals ein Energieunternehmen. Die Partei der 50-Jährigen wies den Vorwurf zurück.

Die Anschuldigungen kämen einer “Hexenjagd“ gleich, sagte Timoschenkos Anwalt Sergej Wlassenko. Die Staatsanwaltschaft hatte die Ex-Regierungschefin, die eine siebenjährige Haftstrafe absitzt, am Vortag in der Zelle aufgesucht und offiziell über die Vorwürfe unterrichtet. Wlassenko nannte das Vorgehen der Justiz-Vertreter “ungeheuerlich“. Timoschenko habe gesundheitliche Probleme. Der Anwalt beantragte eine Untersuchung durch einen Amtsarzt.

Timoschenko, die Anführerin der prowestlichen Orangenen Revolution von 2004, wirft Präsident Viktor Janukowitsch vor, die Opposition mit Prozessen politisch kaltstellen zu wollen. Die Verfahren belasten auch das Verhältnis zwischen der früheren Sowjetrepublik, der Europäischen Union und den USA. Medien zufolge sollen Janukowitsch und Bundespräsident Christian Wulff an diesem Dienstag am Rande einer Feier im polnischen Breslau (Wroclaw) Gespräche führen.

dpa

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