Es soll ab 2015 greifen

Neues Programm gegen Langzeitarbeitslosigkeit

Berlin - Noch stärker als bisher will sich die Bundesregierung um Langzeitarbeitslose kümmern, bei denen es bisher nicht mit einem neuen Job geklappt hat. Das neue Programm soll von 2015 an greifen.

Mit einem neuen Programm gegen Langzeitarbeitslosigkeit will die Bundesregierung vom kommenden Jahr an 30 000 Hartz-IV-Empfängern zu einem Job verhelfen. Das geht nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag) aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen hervor. Das Programm sei für langzeitarbeitslose Hartz-IV-Empfänger vorgesehen, die ohne oder ohne geeigneten Berufsabschluss sind. Die Förderdauer solle 18 Monate betragen.

Bei dem neuen Programm handele es sich um eine Weiterentwicklung des Modellprojekts „Perspektive in Betrieben“, schreibt die Zeitung. Dabei sollen Mitarbeiter der Bundesanstalt für Arbeit Betriebe dazu animieren, Langzeitarbeitslose einzustellen. Anders als in dem Modellprojekt, das sich an Arbeitslose richtet, die seit fünf Jahren einen Job suchen, sei das neue Programm für Menschen gedacht, die seit zwei Jahren auf Jobsuche sind.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sagte der „Leipziger Volkszeitung“ (Freitag): „Der Mangel der bisherigen Förderung war, dass die Betreuung der Langzeitarbeitslosen, wenn sie eine Arbeit angenommen haben, zu früh beendet wurde.“ Deshalb solle ab jetzt die Begleitung im Job beispielsweise um ein halbes Jahr verlängert und intensiviert werden.

Unter den rund eine Million Langzeitarbeitslosen gebe es „einige Hunderttausend, die es schwer in einem normalen Job haben“, sagte Nahles. „Die müssen wir ins Arbeitsleben integrieren, ohne den Anspruch, sie unbedingt in eine reguläre Anstellung zu bringen.“

Finanziert werden soll das neue Programm mit 470 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“. Hinzu kämen Mittel aus dem Eingliederungsbudget der Jobcenter. Den Arbeitgebern, die Langzeitarbeitslose einstellen, sollen Lohnkostenzuschüsse gezahlt werden.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, Brigitte Pothmer, die die Anfrage gestellt hatte, kritisierte das Vorhaben als Tropfen auf den heißen Stein. „Das Programm reicht weder zahlenmäßig, noch ist es auf Dauer angelegt“, sagte sie der Zeitung.

dpa

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