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Mitten im Taiwan-Konflikt: Bundeswehr-Kampfjets aus Bayern zu Pazifik-Mission aufgebrochen - erste Panne

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Von: Patrick Mayer

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Im Rahmen der Militär-Übung „Rapid Pacific 2022“ starteten sechs deutsche Luftwaffen-Eurofighter aus Bayern in Richtung Australien.
Im Rahmen der Militär-Übung „Rapid Pacific 2022“ starteten sechs deutsche Luftwaffen-Eurofighter aus Bayern in Richtung Australien. © Daniel Karmann/dpa

Während der Konflikt zwischen China und Taiwan brodelt, starten mehrere Bundeswehr-Eurofighter aus Bayern zu einer Militär-Übung in den tiefsten Pazifik. Nicht alles verläuft nach Plan.

München/Singapur/Melbourne - Es ist der ambitionierteste Einsatz der deutschen Luftwaffe seit Langem und ihre größte Verlegung seit der Gründung im Jahr 1956. Mehr noch: Die Militär-Übung läuft sogar parallel zu den Verpflichtungen im transatlantischen Verteidigungsbündnis Nato nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Im Rahmen der Operation „Rapid Pacific“ sind sechs Bundeswehr-Eurofighter aus dem bayerischen Neuburg an der Donau in Richtung Asien und Ozeanien gestartet.

Operation „Rapid Pacific“: Deutsche Luftwaffe probt Ernstfall mit Streitkräften Australiens und Singapurs

Begleitet werden die Kampfjets bei ihrer Mission von drei Tankflugzeugen des Typs A330 sowie vier Bundeswehr-Transportflugzeugen A400M. Insgesamt sind etwa 250 Soldatinnen und Soldaten der Luftwaffe an dem heiklen Einsatz beteiligt.

Heikel ist die Militär-Operation insofern, da die Besatzungen im August und September an den multinationalen Übungen „Pitch Black“ (Luftkampf) und „Kakadu“ (Seekriegsführung) der australischen Streitkräfte teilnehmen werden. Und das, während weiter nördlich im Pazifik der Konflikt zwischen China und Taiwan brodelt.

Im Video: Militär-Flugzeug aus Russland vor Rügen gesichtet – Eurofighter gehen in Alarmstart

So sollen die deutschen Kampfjets aus Bayern auch Manöver mit der Singapur Airforce abhalten. Singapur liegt, vom Südchinesischen Meer getrennt, noch näher an der Konfliktregion. Genau hier sollen die Bundeswehr-Maschinen zwischenlanden, bevor es weiter in Richtung Australien geht. Auch Kurzbesuche der Luftstreitkräfte in Südkorea und in Japan sind geplant.

Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, nannte die Operation „die größte und herausforderndste Verlegung, die es je in der Luftwaffe gegeben hat“. Die Piloten müssten ihre Jets auf dem Flug nach Asien rund 200 Mal in der Luft betanken. Luftwaffen-Chef Gerhartz wird im Rahmen der Übung selbst einen Eurofighter von Australien nach Japan fliegen - also am Südchinesischen Meer und an Taiwan vorbei.

Während Taiwan-China-Konflikt: Deutsche Luftwaffe nimmt an Militär-Operation im Pazifik teil

Operation „Rapid Pacific“Kontingent der deutschen Luftwaffe:
Eurofighter-Kampfjets6
Tankflugzeuge des Typs A3303
Transportflugzeuge A400M4
Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr250

Der Bild erklärte er: „Die Luftwaffe kann nicht nur die Nato-Ostflanke im Baltikum schützen, sondern auch mit befreundeten Nationen im Indopazifik kooperieren. Für uns gibt es kein Entweder-Oder! Wir senden das klare Signal, dass die Luftwaffe schnell und weltweit, auch mit mehreren parallel zu erfüllenden Aufträgen, einsetzbar ist.“

Deutscher Luftwaffen-Chef: Generalleutnant Ingo Gerhartz.
Deutscher Luftwaffen-Chef: Generalleutnant Ingo Gerhartz. © IMAGO / Sven Simon

Deutsche Luftwaffe im Pazifik: Australien, Singapur, Südkorea und Japan sind Partner der Nato

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte jüngst bei einem Besuch in Neuburg an der Donau gesagt: „Wir stehen an der Seite all derjenigen, die für unsere Werte wie Demokratie, wie Freiheit, wie Sicherheit stehen, und sind auch bereit, uns da einzubringen.“ Es gehe um die Unterstützung für „Werteverbündete“.

Australien, Singapur, Südkorea und Japan sind Partner der Nato in der Pazifikregion. Bereits zum Start der Operation gab es aber schon einen ersten Ausfall. Bei einem geplanten Zwischenstopp in den Vereinigten Arabischen Emiraten sei eines von sechs Kampfflugzeugen wegen Hydraulikproblemen am Boden geblieben und müsse nun repariert werden, erklärte ein Luftwaffen-Sprecher. Der sechste Eurofighter soll zum Start der multinationalen Übungen in Australien jedoch einsatzbereit sein. (pm)

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