Niedersachsens SPD-Chef Lies will gegen McAllister antreten

+
Will Ministerpräsident vion Niedersachsen werden: SPD-Landeschef Olaf Lies.

Hannover - Jetzt ist es raus: Niedersachsens SPD-Landeschef Lies will bei der Landtagswahl 2013 gegen CDU-Regierungschef McAllister antreten. Aber auch Hannovers Oberbürgermeister Weil steht bereit.

Der Kandidatenpoker der niedersächsischen SPD für 2013 ist eröffnet: Als erster Kandidat meldete Landeschef Olaf Lies sein Interesse für die Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl an. “Ich möchte der nächste Ministerpräsident werden“, sagte der 44-jährige Vater von zwei Kindern am späten Freitagabend im Anschluss an die Vorstandssitzung im Landtag in Hannover. Er wolle gemeinsam mit seiner Partei in einen Wettstreit mit der CDU treten, zudem stehe er bei der Parteibasis im Wort. “Das Land braucht wieder eine SPD-Regierung.“

Nach dpa-Informationen ist Lies aber nicht der einzige, der Niedersachsens Ministerpräsidenten David McAllister (CDU) herausfordern will. Aus Parteikreisen wurde bekannt, dass auch Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil für die Rolle des Herausforderers bereit steht.

Wer in welchem Bundesland regiert

Wer in welchem Bundesland regiert

Demzufolge will der Chef der Landtagsfraktion, Stefan Schostok, seinen langjährigen Freund Weil bereits an diesem Samstag dem SPD-Bezirksverband Hannover vorschlagen. Dessen Zustimmung gilt als sicher. Darüber soll Lies am Abend auch den Landesvorstand informiert haben. Angeblich will der Bezirksverband Weil bereits am Sonntag in einer Pressekonferenz als Gegenkandidat vorstellen.

Da sich der Vorstand somit in seinen Beratungen nicht auf einen einzigen Kandidaten einigen konnte, liegt die Entscheidung jetzt bei den rund 65 000 SPD-Mitgliedern im Land. Am 24. September will sich der Landesvorstand erneut zusammensetzen, und das Vorgehen beraten. Bis kommenden Freitag können andere Parteimitglieder ihre Kandidatur anmelden. In der Folge können die SPD-Mitglieder dann in vier bis sechs Regionalkonferenzen abstimmen, wer McAllister herausfordern soll. Das endgültige Ergebnis soll dann am 27. November bekanntgegeben werden.

Lies kündigte an, im Falle seiner Niederlage auch seinen Chefposten im Landesverband an den dann gewählten Spitzenkandidaten übergeben zu wollen. “Landesvorsitz und Spitzenkandidatur müssen in einer Hand liegen“, betonte er. Daher knüpfe er seine Zukunft als Landeschef direkt an das Ergebnis der Mitgliederbefragung.

Ursprünglich waren auch Schostok und dem Bundestagsfraktionsvize Hubertus Heil Ambitionen nachgesagt worden. Heil hatte in dieser Woche aber überraschend in einem Interview erklärt, seinen Hut nicht in den Ring werfen zu wollen. Auch Schostok hat sich inzwischen umentschieden.

Von Marco Hadem

Auch interessant

Meistgelesen

NSU-Prozess: Plädoyer stockt - das ist der Grund
NSU-Prozess: Plädoyer stockt - das ist der Grund
Bundesfinanzminister Schäuble vergleicht die Türkei mit der DDR
Bundesfinanzminister Schäuble vergleicht die Türkei mit der DDR
Trump drängt Senat zu Abstimmung über „Obamacare“
Trump drängt Senat zu Abstimmung über „Obamacare“
Maas: Deutschland braucht mehr Staatsanwälte und Richter
Maas: Deutschland braucht mehr Staatsanwälte und Richter

Kommentare