Regierung gesteht Scheitern

Nigeria: Verhandlungen über entführte Mädchen gescheitert

+
Die nigerianische Regierung ist in Verhandlungen mit der Islamistengruppe Boko Haram getreten, welche die Mädchen entführt hat.

Abuja - Die nigerianische Regierung hat erstmals eingestanden, vergeblich mit der Islamistengruppe Boko Haram über die Freilassung von 218 Schülerinnen verhandelt zu haben.

Informationsminister Lai Mohammed sagte am Freitag in Abuja, der Geheimdienst habe im Juli 2015 nach dem Amtsantritt von Präsident Muhammadu Buhari Verhandlungen mit Boko Haram aufgenommen. Seitdem habe es drei Gesprächsrunden gegeben, doch sei keine Einigung gelungen.

Demnach bot die Regierung an, die entführten Mädchen gegen gefangene Mitglieder der Islamistengruppe auszutauschen. Mohammed sagte, der Präsident habe dem Austausch schweren Herzens zugestimmt, um die Mädchen freizubekommen. Die Gespräche seien auch durch die Spaltung der Extremistengruppe erschwert worden. Die Schülerinnen waren am 14. April 2014 aus ihrer Schule in Chibok im Nordosten des Landes verschleppt worden. Der Fall machte weltweit Schlagzeilen.

Vor einem Monat hatte der Boko-Haram-Flügel unter Führung von Abubakar Shekau ein Video veröffentlicht, in dem eine große Zahl der Mädchen zu sehen war. Shekau forderte die Regierung darin auf, die Mädchen gegen gewisse Gefangene auszutauschen. Die Islamistengruppe kämpft seit 2009 mit Gewalt gegen den nigerianischen Staat. In dem Konflikt wurden laut Human Rights Watch rund 20.000 Menschen getötet und 2,6 Millionen weitere aus ihren Häusern vertrieben.

AFP

Meistgelesene Artikel

U-Ausschuss: Merkel will an Geheimdienst-Kooperation mit USA …

Berlin - Nach knapp drei Jahren und weit mehr als 100 Sitzungen beendet der NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags seine Beweisaufnahme. …
U-Ausschuss: Merkel will an Geheimdienst-Kooperation mit USA festhalten

Bericht: Trumps Team kungelte mit russischem Geheimdienst

New York - Führende Mitarbeiter des Wahlkampfteams von US-Präsident Donald Trump hatten einem Bericht der "New York Times" zufolge Kontakte zu …
Bericht: Trumps Team kungelte mit russischem Geheimdienst

Alexander Hold will heute Bundespräsident werden

München - Ex-TV-Richter Alexander Hold ist heute Kandidat der Freien Wähler für die Wahl zum Bundespräsidenten. Das sind seine Chancen in der …
Alexander Hold will heute Bundespräsident werden

Kommentare