Nigeria: Politiker soll 13-Jährige geheiratet haben

Nairobi/Abuja - Nigerianische Frauen- und Menschenrechtsgruppen haben zu Protesten gegen einen Senator aufgerufen, der eine 13-jährige Ägypterin geheiratet haben soll. Es soll nicht seine erste minderjährige Frau sein.

Medienberichten zufolge hatte Ahmed Yerima, der ehemalige Gouverneur des nördlichen Bundesstaates Zamfara, das Mädchen vor wenigen Wochen in der Nationalmoschee in Abuja geheiratet. Als Gouverneur des islamischen Bundesstaats hatte er einst islamisches Recht (Scharia) in seinem Heimatstaat eingeführt.

Die staatliche Menschenrechtskommission des bevölkerungsreichsten afrikanischen Landes hatte das Oberhaus des Parlaments schriftlich aufgefordert, eine Untersuchung gegen den Senator einzuleiten, berichtete die Zeitung “Punch“ am Mittwoch. Sollte der Politiker eine Minderjährige zur Frau genommen haben, drohen ihm nach nigerianischem Kinderschutzrecht bis zu fünf Jahren Haft.

Auch eine Vertreterin der Senatorinnen forderte in einer Petition rechtliche Schritte gegen den Politiker, berichtete die Zeitung “Next“. In dem Dokument hieß es, der Politiker habe nicht zum ersten Mal eine Minderjährige geheiratet.

Bereits vor zwei Jahren habe er eine damals 15-jährige als vierte Ehefrau genommen, von der er sich nun scheiden ließ, um ein noch jüngeres Mädchen zu heiraten. Senatssprecher Ayogu Eze sagte zu den Vorwürfen, der Senat mische sich “nicht in die persönlichen Angelegenheiten seiner Mitglieder ein“.

dpa

Rubriklistenbild: © mzv/tz

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