Nordkorea droht mit weiteren Angriffen

Seoul - Die Korea-Krise bleibt angespannt: Nordkorea droht nach den Artillerieangriff auf den Süden bereits mit weiterer “Vergeltung“. Südkorea verstärkt seine Grenztruppen.

Auf der koreanischen Halbinsel spitzt sich die Lage vor einem geplanten Manöver der südkoreanischen und amerikanischen Truppen zu. Während Nordkorea neue Drohungen aussprach, kündigte Südkorea eine Verstärkung seiner Grenztruppen an. Man sei “ohne Zögern bereit, starke zweite und dritte physische Vergeltungsschläge durchzuführen, sollten die südkoreanischen Kriegstreiber weitere verwegene militärische Provokationen unternehmen“, ließen die nordkoreanischen Streitkräfte über die amtliche Nachrichtenagentur KCNA verlauten. In der Erklärung wurden südkoreanisch-amerikanische Übungen vom Beginn der Woche für den Angriff am Dienstag verantwortlich gemacht.

USS George Washington: Die Macht der Amis auf See

USS George Washington: Die Macht der Amis auf See

Nach dem Artillerieangriff Nordkoreas auf Südkorea schicken die USA den atombetriebenen Flugzeugträger “USS George Washington“ ins Gelbe Meer. © dpa
Der Flugzeugträger trägt den Namen des ersten Präsidenten der USA, George Washington (1789 bis 1797). © dpa
Die USS George Washington kann bis zu 85 Flugzeuge transportieren. © dpa
Hier startet ein US-Kampfflugzeug vom Flugdeck. © dpa
Auf dem Schiff sind über 6000 Soldaten stationiert. 3200 Mann gehören zur Schiffsbesatzung. Hinzu kommen 2480 Mann Flugzeugpersonal. © dpa
Die USS George Washington ist seit 1992 im Dienst. Sie hat bereits mehrere bedeutende Einsätze gehabt. © dpa
1996 nahm der Flugzeugträger an der Operation "Decisive Endeavor" zur Unterstützung der NATO-Truppen in Bosnien/Herzegowina teil. © dpa
1996 und 2000 beteiligte die USS George Washington sich auch an der Operation "Southern Watch" zur Überwachung der Flugverbotszonen im Irak. © dpa
Am 11. September 2001 wurde die USS George Washington nach den Terroranschlägen in den Hafen von New York City beordert, um die Stadt zu schützen. © dpa
Von 2003 bis 2004 nahm der Flugzeugträger am Irak-Krieg teil. © dpa
Nach dem Bombardement des südkoreanischen Yeonpyeong durch Nordkorea am 23. November 2010 wurde der Flugzeugträger ins Gelbe Meer geschickt. © dpa
Ein AWACS-Aufklärungsflugzeug startet vom Flugdeck der "USS George Washington". © dpa

Seoul kündigte unterdessen eine Aufstockung seiner Truppen auf Inseln entlang der umstrittenen Seegrenze an. Wie viele zusätzliche Soldaten auf die fünf betroffenen Inseln geschickt werden, sagte ein Sprecher von Präsident Lee Myung Bak nicht. “Wir sollten in unserer Wachsamkeit nicht nachlassen und uns auf weitere Provokationen durch Nordkorea vorbereiten“, sagte der Staatschef. Ähnliche Aktionen könnten jederzeit wieder vorkommen.

Das nordkoreanische Militär forderte, die USA müssten Südkorea von weiteren abenteuerlichen Provokationen wie der Verletzung der umstrittenen Seegrenze abhalten. Washington und Seoul halten aber weiter an dem geplanten Manöver fest, das am Sonntag beginnen soll. Dazu wird auch der atomgetriebene Flugzeugträger “USS George Washington“ im Gelben Meer erwartet. Die Übung findet nur rund 110 Kilometer südlich von Yeonpyeong statt, der Insel, die am Dienstag beschossen wurde.

Krise in Korea: Hier schlagen die Granaten ein

Krise in Korea: Hier schlagen die Granaten ein

Krise in Korea: Hier schlagen die Granaten ein. © dpa
Krise in Korea: Hier schlagen die Granaten ein. © dpa
Krise in Korea: Hier schlagen die Granaten ein. © dpa
Krise in Korea: Hier schlagen die Granaten ein. © dpa
Krise in Korea: Hier schlagen die Granaten ein. © dpa

China hat bislang zurückhaltend auf den Zwischenfall vor seiner Haustür reagiert. US-Präsident Barack Obama forderte Peking auf, seine Verbündeten in Pjängjang an die Zügel zu nehmen und den Angriff zu verurteilen. Stattdessen forderte Chinas Ministerpräsiden Wen Jiabao von beiden Seiten maximale Zurückhaltung, ohne Nordkorea für die Eskalation verantwortlich zu machen. Außerdem forderte er eine Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche, die seit Ende 2008 ruhen.

Von Hyung-Jin Kim und Kwang-Tae Kim

Rubriklistenbild: © dpa

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