Nordkorea bittet Nachbarn um Hilfe

Seoul - Trotz der Spannungen zwischen Pjöngjang und Seoul hat das kommunistische Nordkorea beim Nachbarn im Süden um Hilfe zur Bewältigung der schweren Überschwemmungen im Land gebeten.

Wie das südkoreanische Vereinigungsministerium in Seoul am Dienstag mitteilte, habe der nordkoreanische Rot-Kreuzverband bereits am Samstag die Lieferung von Reis, Zement und schweren Baugeräten angefragt. Nordkorea antwortete damit auf ein Hilfsangebot Südkoreas. Man werde die Bitte überdenken, hieß es in Seoul.

Erst am Montag hatte die Regierung in Pjöngjang angekündigt, sieben Besatzungsmitglieder eines vor der nordkoreanischen Küste aufgebrachten südkoreanischen Fischerbootes freizulassen. Beobachter schlossen nicht aus, dass Nordkorea damit dem Süden Entgegenkommen zeigen wollte. Falls Südkorea die erbetenen Hilfsgüter schicke, könne dies außerdem wieder zu Gesprächen zwischen beiden Seiten führen, hieß es.

Das Rote Kreuz in Südkorea hatte in der vergangenen Woche angeboten, Nahrungsmittel, Medikamente und andere Hilfsgüter im Wert von zehn Milliarden Won (etwa 6,6 Millionen Euro) für die Opfer der Überschwemmungen bereitzustellen. Reis, Zement und Maschinen waren jedoch nicht Teil des Hilfsangebots. Nach Berichten nordkoreanischer Staatsmedien hatten Ende August wegen der Überflutungen im Grenzgebiet zu China tausende von Menschen in Sicherheit gebracht werden müssen.

Die Spannungen zwischen beiden Staaten haben sich seit der Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffes im März wieder deutlich verschärft. Südkorea macht das Nachbarland für den Untergang verantwortlich, bei dem 46 Soldaten getötet wurden. Nordkorea bestreitet eine Verwicklung. Ende Mai hatte Nordkorea die Beziehungen zum Süden für abgebrochen erklärt, nachdem Seoul eine Reihe von Strafmaßnahmen gegen den Nachbarstaat beschlossen hatte.

Am Dienstag schickte Nordkorea nach Berichten der südkoreanischen Medien wie angekündigt das Fischerboot “55 Daesung“ samt Besatzung über die Seegrenze im Japanischen Meer (Ostmeer) zurück in Richtung Südkorea. Nach nordkoreanischen Angaben hatten die Fischer zuvor zugegeben, in der exklusiven Wirtschaftszone des Landes illegal gefischt zu haben.

dpa

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