„Vorübung für Atomkrieg“

Militärübungen erzürnen Kim Jong Un - Nordkorea droht USA und Südkorea mit „mächtigem Schlag“

Aufgrund geplanter Sommerübungen von Streitkräften aus USA und Südkorea kam es erneut zu Spannungen zwischen Nordkorea und den beiden Ländern.
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Kampfflugzeug beim US-Luftwaffenstützpunkt südwestlich von Seoul.

Einige Zeit war es ruhig um den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Nun richtet das Regime Warnungen an die USA und Südkorea - und droht mit militärischen Aktionen.

Seoul – Gerade erst wurde die Funkstille zwischen Nordkorea und Südkorea gebrochen*, schon droht das von Kim Jong Un geführte Regime USA und Südkorea präventiv mit militärischen Konsequenzen. Noch bevor die geplanten Sommer-Militärübungen der Streitkräfte der Vereinigten und Südkoreas anlaufen, wächst die Anspannung im koreanischen Nachbarland.

Die Schwester des autoritären Machthabers Kim Jong Un, Kim Yo Jong, wetterte am Dienstag über die Staatsmedien: Die USA betrieben feindselige Politik und Südkorea „heimtückisches Verhalten“. Aufgrund ihres Vorgehens müssten sich beide Parteien auf eine „ernstere Sicherheitsbedrohung“ einstellen, denn Nordkorea werde sich für einen „mächtigen Präventivschlag“ vorbereiten.

USA und Südkorea planen Sommerübungen: Erneute Drohung aus Nordkorea

Nordkorea* ist wegen seines Atomwaffenprogramms weithin isoliert. Regelmäßig wirft das Regime den USA vor, durch seine Manöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten. Beide Länder bestreiten das und haben aus diplomatischen Gründen den Umfang einiger Übungen bereits reduziert.

Die Erklärung Kim Jo Yongs folgte auf südkoreanische Medienberichte, wonach Südkorea und die USA ihre militärischen Sommerübungen nächsten Montag in geringem Umfang beginnen. Im Zentrum der elftägigen Übungen ständen Kommandoübungen mithilfe von Computersimulationen, aber auch ein gemeinsames Krisenmanagementtraining lief am Dienstag an.

Kim Yo Jong warnt Streitkräfte im koreanischen Nachbarland

Aus Sicht Kim Yo Jongs stellt letzteres bereits eine Bedrohung dar. Sie ließ am Dienstag verlauten: „Was immer ihr Umfang oder ihre Art ist, die gemeinsamen Militärübungen sind von aggressiver Natur, da sie eine Kriegsübung und eine Vorübung für einen Atomkrieg sind.“ Sie forderte die USA im Zuge auf, die 28.500 in Südkorea stationierten Soldaten abzuziehen.

Die Parteifunktionärin hatte Südkorea bereits früher vor neuen Manövern mit der USA gewarnt* und mit Konsequenzen gedroht. Kim Yo Jong gilt als eine der gefährlichsten politischen Funktionärinnen des Landes. Medienberichten zufolge trägt sie mittlerweile die Verantwortung für politische Angelegenheiten mit Südkorea und USA. Bereits 2020, als Kim Jong Uns Verschwinden aus der Öffentlichkeit Spekulationen über dessen Gesundheitszustand eröffnete*, übernahm seine Schwester zeitweise große politische Führungsaufgaben. (dpa/klb) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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