Noriega wegen Geldwäsche in Paris vor Gericht

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Ein Bild aus - für ihn - besseren Zeiten, aufgenommen 1985. Panamas Ex-Diktator Manuel Noriega in Militäruniform.

Paris - Panamas Ex-Diktator Manuel Noriega muss sich seit diesem Montag in Paris wegen Geldwäsche von Drogengeldern vor Gericht verantworten.

Dem über 70-Jährigen drohen im Fall einer Verurteilung weitere zehn Jahre Haft. Bereits die vergangenen rund 20 Jahre saß der Ex-General wegen Rauschgifthandels in den USA im Gefängnis. Washington lieferte ihn dann Ende April überraschend nach Frankreich aus. Ein französisches Gericht hatte Noriega bereits 1999 in Abwesenheit zu zehn Jahren Gefängnis und zu einer Geldstrafe in Höhe von heute mehr als elf Millionen Euro verurteilt. Der neue Prozess soll bis Mittwoch dauern.

Noriega und seine Anwälte bestreiten die Vorwürfe und wollen einen Freispruch erreichen. Sie behaupten, dass die in Frankreich investierten Gelder von Familienangehörigen und vom US-Geheimdienst CIA kamen. Nachdem Noriega unter Putschisten Anfang der 70er Jahre zum Geheimdienstchef des mittelamerikanischen Landes aufgestiegen war, hatte er enge Kontakte zu den USA - vor allem zum CIA. An dessen Spitze stand damals der spätere Präsident George Bush Senior. US-Beamte ergingen sich damals in höchsten Tönen über Noriegas Kooperationsbereitschaft im Kampf gegen den Drogenhandel und zahlten ihm angeblich Hunderttausende Dollar.

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Paris hätte für Noriega eigentlich ein bequemer Alterssitz werden können. Während er in den 80er Jahren faktisch Staatschef von Panama war, investierte er in Immobilien in bester Lage. Seine Pariser Luxus-Appartements sind jedoch seit der Verurteilung 1999 konfisziert. Im neuen Pariser Prozess geht es um angebliche Drogengelder in Höhe von umgerechnet 2,3 Millionen Euro. Wann Noriega genau geboren wurde, ist strittig. Die internationale Polizeiorganisation Interpol gibt sein Alter mit 76 Jahren an.

dpa

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