NSU-Prozess

Wie kamen NSU-Terroristen an Wohnmobile?

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Die Angeklagte Beate Zschäpe im Saal des Oberlandesgerichts.

München - Die Wohnmobile der NSU-Terrorzelle standen am Dienstag im Fokus des Münchner Oberlandesgerichts. Am selben Tag wurde ein Denkmal für ein NSU-Opfer in Rostock eingeweiht.

Die Wohnmobile der Terrorzelle NSU haben am Dienstag das Münchner Oberlandesgericht beschäftigt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Uwe Böhnhardt bei einer Chemnitzer Firma unter anderem das Wohnmobil mietete, das er und Uwe Mundlos zum Zeitpunkt des Mordes an der Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn bewohnten.

Dabei soll Böhnhardt die Identität des Angeklagten Holger G. genutzt haben, der als mutmaßlicher NSU-Unterstützer zusammen mit Beate Zschäpe in München auf der Anklagebank sitzt.

"Völlig unauffälliger, schüchterner junger Mann"

Die Inhaberin eines Chemnitzer Wohnmobilverleihs erinnerte sich an einen „völlig unauffälligen, schüchternen jungen Mann“ und sagte: „Wir hätten nie vermutet, dass der Mann so einen Hintergrund hat.“ Sie verwahrte sich außerdem gegen den Verdacht, ihr Sohn, der sich zum Tatzeitpunkt ebenfalls in Heilbronn aufhielt, habe mit der Terrorzelle in Kontakt gestanden. Der Aufenthalt sei reiner Zufall, ihr Sohn sei auf einer Dienstreise gewesen.

Die mutmaßlichen NSU-Terroristen Böhnhardt und Mundlos waren zuletzt in einem Wohnmobil unterwegs gewesen. Sie brachten sich im November 2011 um, das Wohnmobil brannte damals aus.

Ihre mutmaßliche Komplizin Zschäpe steht jetzt als Hauptangeklagte im NSU-Prozess vor Gericht. Die Neonazi-Gruppe soll bis 2007 zehn Menschen ermordet haben - neun Zuwanderer und eine Polizistin.

Mahnmal für NSU-Opfer in Rostock eingeweiht

Ebenfalls am Dienstag wurde in Rostock ein Mahnmal für ein mutmaßliches NSU-Opfer eingeweiht. Mehmet Turgut war am 25. Februar 2004 in einem Imbisscontainer erschossen worden. Das Mahnmal am Tatort besteht aus zwei sich versetzt gegenüberstehenden Betonbänken mit Inschriften in deutscher und türkischer Sprache.

dpa

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