Obama weiht Denkmal für Martin Luther King ein

+
Das neue Martin Luther King Jr. Memorial in Washington

Washington - Gut 43 Jahre nach seinem Tod wird der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King mit einem riesigen Denkmal in der US-Hauptstadt Washington gewürdigt. Der ursprüngliche Termin musste abgesagt werden.

Präsident Barack Obama und sein Vize Joe Biden weihten das gut neun Meter hohe Granit-Abbild am Sonntag vor den Augen zehntausender Zuschauer ein. Eine Riege amerikanischer Musiker wie die Soulsängerin Aretha Franklin ehrten King mit Bühnenauftritten. Auch seine Familie und Weggefährten waren bei der Feier vertreten. Das Programm bestand zudem aus Reden von Bürgerrechtlern, die aktuelle soziale Missstände anprangerten.

Obama erhält den Friedensnobelpreis

Obama erhält den Friedensnobelpreis

US-Präsident Barack Obama hat seinen Friedensnobelpreis mit “tiefer Dankbarkeit und großer Demut“ entgegengenommen. © AP
Er räumte bei der Zeremonie in Oslo selbst ein, dass die Vergabe der Auszeichnung an ihn eine beträchtliche Kontroverse ausgelöst habe. © AP
Erstens gebe es andere Persönlichkeiten, die mehr als er geleistet hätten. © AP
Zweitens sei er der Oberkommandierende einer Nation, die in zwei Kriege verwickelt sei. Zugleich setzte sich Obama in seiner Rede für Frieden, Menschenrechte und Abrüstung ein. © AP
Verglichen mit anderen großen historischen Figuren wie Albert Schweitzer und Nelson Mandela sei das bisher von ihm Erreichte gering, gab Obama zu. © AP
“Zudem gibt es Männer und Frauen rund um den Erdball, die im Gefängnis sitzen und geschlagen werden, weil sie nach Gerechtigkeit streben“. Er könne denjenigen nichts erwidern, die darauf verwiesen, das diese Menschen “die Ehre sehr viel mehr verdient haben als ich“. © AP
Auch sei er als US-Präsident für die Stationierung tausender junger Amerikaner in einem fernen Land verantwortlich. © AP
“Einige werden töten. Andere werden getötet.“ Er sei sich der Kosten bewaffneter Konflikte bewusst. © AP
Die Feierlichkeiten werden von massiven Sicherheitsmaßnahmen geschützt, wie es sie in Norwegen noch nicht gegeben hat. © AP
Über 2000 Polizisten sind im Einsatz, darunter 200 US-Spezialagenten. Scharfschützen bewachen die Innenstadt, Hubschrauber sichern den Luftraum. © AP
Für den Abend sind zwei Demonstrationszüge von Friedensgruppen und Kriegsgegnern geplant. © AP
Obama erhält den Friedensnobelpreis © AP

Die Zeremonie war bereits für den 28. August geplant gewesen, den 48. Jahrestag von Kings weltverändernder “I have a dream“-Rede in Washington, in der er seinen Traum von der Gleichbehandlung aller Menschen beschrieb. Die Einweihung, zu der bis 300 000 Schaulustige erwartet worden waren, musste jedoch wegen des Hurrikans “Irene“ abgesagt werden, der damals an der US-Ostküste tobte. Doch auch zur Ersatzveranstaltung bei strahlendem Sonnenschein machten sich nach Veranstalterangaben 50 000 Menschen aus den ganzen USA auf den Weg.

Das Monument war am 22. August für die Öffentlichkeit freigegeben worden und hat seitdem Touristen aus aller Welt angezogen. Die Statue aus hellem Granit steht auf einem Gelände von der Größe mehrerer Fußballfelder mitten in der berühmten Museumszeile im Herzen der Stadt. Sie ist umgeben von zwei langen Mauern mit eingemeißelten Zitaten von King. Das Bauwerk des chinesischen Bildhauers Lei Yixin kostete 120 Millionen Dollar (86,5 Millionen Euro) und wurde aus Spenden finanziert. Der Friedensnobelpreisträger war 1968 während einer Rede in Memphis erschossen worden.

dpa

Meistgelesene Artikel

Ukraine lehnt Waffenstillstand ab und stellt finale Forderung an Russland
POLITIK
Ukraine lehnt Waffenstillstand ab und stellt finale Forderung an Russland
Ukraine lehnt Waffenstillstand ab und stellt finale Forderung an Russland

Kommentare