Obama: "Das Beste kommt noch"

Zweite Amtszeit - aber kein zweiter Hund

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Die Obamas jubeln nach dem Wahlsieg in der Nacht zum Mittwoch: Mit Vesprechungen - vor allem an die Adresse der Töchter - hielt sich der wiederwählte US-Präsident bei aller Euphorie jedoch zurück.

Washington - „Das Beste kommt noch“, verhieß Präsident Barack Obama zwei Stunden nach der Siegesnachricht den Amerikanern. Bei seinen Töchtern war er vorsichtiger mit Versprechungen.

In seiner Siegesrede vor jubelnden und zu Tränen gerührten Anhängern im Kongresszentrum von Chicago ließ er Malia und Sasha wissen, wie stolz er auf seine Mädels ist. Das bedeute aber nicht, schränkte er ein, dass sie jetzt noch einen Hund bekämen. „Ein Hund ist wohl genug“, sagte Obama zum Amüsement des Publikums.

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Nach seinem ersten Wahlsieg hatte er den Kindern einen Hund als Haustier versprochen. Bald danach zog Bo ins Weiße Haus ein, ein schwarz-weißer Portugiesischer Wasserhund. Die jüngste Tochter Sasha, die vor vier Jahren noch ihrem Papa auf offener Bühne auf den Arm gesprungen war, ist inzwischen elf, die 14-jährige Malia schon mit flachen Schuhen fast so groß wie Mutter Michelle. Und Barack Obama ist grau geworden.

Versöhnliche Töne unter Rivalen

Die vier Jahre hatten es in sich, der Wahlkampf war heftig bis zuletzt und die knappe Wiederwahl hart erkämpft. Sie seien „die Besten. Die Allerbesten“, rief Obama seinem Team, seinen Helfern und Unterstützern zu, die Arm in Arm vor der Bühne standen und deren Anspannung 1sich hinter der äußerlichen Coolness in Tränen auflöste. „Danke, dass ihr den ganzen Weg über, durch Berg und Tal, daran geglaubt habt!“

Bilder der US-Wahlnacht: Jubel und lange Gesichter

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Für seinen unterlegenen Rivalen Mitt Romney, der ihm bereits telefonisch gratuliert hatte, fand Obama versöhnliche Worte: Er wolle sich mit ihm treffen und besprechen, wie sie zusammenarbeiten könnten. Sie hätten vielleicht „erbittert gekämpft - aber nur, weil wir dieses Land innig lieben“.

Auch Romney zeigte in der Niederlage Größe. Vor lautstark johlenden, sichtlich gerührten Anhängern trat er im Ballsaal des Bostoner Kongresszentrums auf die Bühne und beglückwünschte Obama zum Wahlsieg. Er fasste sich kurz, dankte seinen Unterstützern und küsste seine Frau Ann: „Sie wäre eine wunderbare First Lady gewesen.“ Amerika stehe vor großen Herausforderungen, sagte der tiefgläubige Mormone weiter und fügte hinzu: „Ich bete dafür, dass der Präsident unsere Nation erfolgreich führt.“

„Sozialistische Republik Obama“

Ganz so viel Haltung schien seine Parteibasis nicht aufzubringen. Während rund ums Weiße Haus Scharen von Obama-Anhängern lautstark feierten, Hupkonzerte veranstalteten und Wildfremde einander auf offener Straße abklatschten, sackte die Laune auf der Wahlparty der Republikaner in Washington ins Bodenlose.

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Die freudig gespannte Stimmung am üppigen Buffet mit musikalischer Untermalung wich betretenem Gemurmel, als die Medien Obama zum Sieger ausriefen. Rasch leerte sich der Saal. Der verbliebene harte Kern versuchte sich mit der gehaltenen Mehrheit im Repräsentantenhaus zu trösten. „Wir haben immer noch den Status Quo, und Obama wird ihnen entgegenkommen müssen“, meinte ein Republikaner.

Gegen Mitternacht war das Atrium des Ronald-Reagan-Gebäudes fast menschenleer. An niemand bestimmten gewandt, rief eine Frau laut: „Wir leben in der sozialistischen Republik Obama!“

dapd

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