Oettinger macht sich stark für Porsche und VW

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Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger spricht sich für eine enge Zusammenarbeit von Porsche und VW aus.

Stuttgart - Im Übernahmepoker zwischen Volkswagen und Porsche hat sich der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger für eine enge Zusammenarbeit der beiden Autobauer ausgesprochen.

“Wir wollen den integrierten Konzern“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag in München. Allerdings müssten “Standorte in Baden-Württemberg stark bleiben und die eigenständige Entwicklung von Porsche gewahrt werden“. Für die Standorte kämpfe er “mit Nachdruck“, betonte der Stuttgarter Regierungschef.

Das müsste auch im Interesse von VW liegen. Die Fraktionen von CDU, SPD und FDP im Stuttgarter Landtag forderten die Aufsichtsräte des Sportwagenbauers auf, Porsche als eigenständige Marke mit klarer eigener Verantwortung zu erhalten. Die Porsche-Holding und VW kommen am Donnerstag zu getrennten Aufsichtsratssitzungen in Stuttgart zusammen. Eine endgültige Entscheidung über den Einstieg von Europas größten Autobauer bei dem Sportwagenbauer wird voraussichtlich aber erst am 29. Juli fallen.

Die Porsche-Holding, die unter ihrem Dach den Sportwagenbauer und die Mehrheitsanteile an VW bündelt, soll Berichten zufolge für die Aktiengesellschaft 8 Milliarden Euro erhalten und damit ihre Schulden größtenteils tilgen können. Volkswagen muss allerdings noch mehrere Hindernisse bei der Porsche-Übernahme aus dem Wege räumen.

Letztes Wort in Sachen Wiedeking noch nicht gesprochen

Nach Informationen aus Verhandlungskreisen berge die Grundsatzeinigung der Eigentümerfamilien, wonach VW voraussichtlich in zwei Schritten Porsche übernehme und Vorstandschef Wendelin Wiedeking abgelöst werde, noch zahlreiche ungeklärte Aspekte, schrieb das “Handelsblatt“. Neben offenen steuerlichen Fragen, habe die Industriellendynastie auch noch nicht das letzte Wort über das Ausscheiden von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking gesprochen. So erwäge der Porsche-Piëch-Clan noch eine Gnadenfrist für den Manager.

Die Familien sorgen sich dem Bericht zufolge, dass ein abrupter Abgang der Vorstandsriege dem Unternehmen schaden könnte, weil damit wichtiges Insiderwissen über die Porsche-Transaktionen nicht mehr zur Verfügung stehen würde. Laut Oettinger wird die baden-württembergische Steuerverwaltung sehr gründlich entscheiden, ob bei einer Porsche-Übernahme Steuern anfallen, sobald Entwürfe eines Kaufvertrages vorgelegt werden. Berichten zufolge könnte der Deal an den Finanzbehörden scheitern, da bei dem Geschäft bis zu drei Milliarden Euro Ertragsteuern drohen könnten.

AP

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