Mit 99,7 Prozent gewählt

Ude offiziell Gegner von Seehofer

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Christian Ude tritt offiziell gegen Horst Seehofer an

Nürnberg - Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) ist von seiner Partei fast einstimmig zum Spitzenkandidaten für die bayerische Landtagswahl 2013 gewählt worden.

Ude bekam ein Ergebnis von 99,7 Prozent. Der fast 65-Jährige sagte anschließend, er sei „wirklich überwältigt“ von dieser Geschlossenheit. Dies gebe ihm weiteren Auftrieb. Bayerns SPD-Chef Florian Pronold sprach von „Rückenwind“ für den erhofften Machtwechsel im Freistaat. Konkret waren von 289 Stimmen 288 für Ude. Ein Delegierter votierte mit Nein, Enthaltungen gab es nicht.

Ude sagte in seiner Bewerbungsrede, mit dem Landesparteitag der SPD solle der Regierungswechsel hin zu einem Dreierbündnis mit den Grünen und den Freien Wählern eingeleitet werden. Zwar liege noch viel Arbeit vor den Sozialdemokraten. Der Spitzenkandidat fügte hinzu: „Aber die Chance ist da - wir müssen sie nutzen.“ Mit einem Erfolg in Bayern könne auch ein wichtiger Beitrag zu einem SPD-Sieg bei der Bundestagswahl geleistet werden.

Der CSU warf Ude den Verlust von Glaubwürdigkeit und Orientierung vor. „Die Kehrtwende ist zu ihrer typischen Fortbewegungsart geworden“, sagte der Münchner Oberbürgermeister. „Ich verspreche nur Verbesserungen, die wir auch tatsächlich realisieren können.“ Neben einigen Leistungen habe die regierende Partei sich haarsträubende Fehler, Skandale und „serienmäßig Machtmissbrauch“ geleistet. Zudem sei die CSU „an Machtarroganz nicht mehr zu übertreffen“, sagte Ude.

Udes Kritik bezog sich auf CSU-Chef Horst Seehofer, der beim Thema Euro-Krise inzwischen auf den Kurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) umgeschwenkt ist. Seehofer hatte am Freitag auch zusätzliches Geld für Griechenland nicht mehr ausgeschlossen - was die CSU bislang immer abgelehnt hatte.

dpa/dapd

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