Organhandel? Serbien will Untersuchungen

New York - Serbien hat den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen aufgefordert, eine internationale Untersuchung zu einem möglichen Organhandel durch frühere Rebellen im Kosovo zuzulassen.

Dabei geht es um Vorwürfe, dass der jetzige Ministerpräsident Hashim Thaci vor, während und nach dem Krieg von 1999, der zur Loslösung des Kosovos von Serbien führte, in einen illegalen Organhandel verwickelt war.

Der Europarat kam im Dezember in einem Bericht zu diesem Vorwurf zu dem Ergebnis, dass Thaci früher der Kopf einer Bande war, die Menschen, zumeist Serben, entführte und tötete, um dann ihre Nieren auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Thaci hat zwar die Vorwürfe als “Propaganda“ von Serben, die die Eigenstaatlichkeit des Kosovos untergraben wollten, zurückgewiesen, einer Untersuchung stimmte er aber zu.

Der serbische Außenminister Vuk Jeremic erklärte, eine Ermittlung durch die EU-Mission im Kosovo reiche nicht aus. Der Fall habe internationale Ausmaße. So hätten Patienten im Nahen Osten die Nieren erhalten. Die EU-Mission könne aber nicht außerhalb des Kosovos ermitteln. Dieser Ansicht widersprachen aber Vertreter westlicher Staaten.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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