Otunbajewa als kirgisische Präsidentin vereidigt

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Rosa Otunbajewa, ist am Samstag als Präsidentin des Landes vereidigt worden. Sie zeigt ihren Präsidenten-Ausweis.

Bischkek - Die Vorsitzende der kirgisischen Übergangsregierung, Rosa Otunbajewa, ist am Samstag als Präsidentin des Landes vereidigt worden. Sie will die parlamentarische Demokratie durchsetzen.

Ihre Amtszeit läuft bis Ende nächsten Jahres; in dieser Zeit will die 59-Jährige die Umsetzung einer neuen Verfassung abschließen. Die Kirgisen hatten sich am vergangenen Sonntag in einer Volksabstimmung dafür ausgesprochen, eine parlamentarische Demokratie nach europäischem Vorbild einzuführen. “Die Demokratie ist ein System, das tief in der Seele des Volkes verwurzelt ist“, sagte Otunbajewa nach ihrer Vereidigung. Die neue Präsidentin versprach eine neue politische Kultur “die auf einer strikten Achtung des Rechtsstaats beruht“. Ihr Vorgänger, der im April gestürzte Präsident Kurmanbek Bakijew, war unter anderem wegen Korruptionsvorwürfen aus dem Amt gejagt worden.

Otunbajewa wandte sich auch an die Menschen, die bei den blutigen Unruhen im Süden Kirgistans im Juni heimatlos wurden. “Ich verspreche, dass die kirgisische Regierung alles tun wird, um vor Einbruch der kalten Jahreszeit all denen eine Unterkunft zu verschaffen, die das Dach über dem Kopf verloren haben“, sagte sie. Bei Zusammenstößen zwischen ethnischen Kirgisen und Angehörigen der usbekischstämmigen Minderheit waren im Juni hunderte Menschen ums Leben gekommen. Offiziell bestätigt sind rund 300 Todesopfer, die Übergangsregierung geht aber davon aus, dass tatsächlich bis zu 2.000 Menschen getötet wurden. Otunbajewa stammt selbst aus der Stadt Osch, einem der Brennpunkte der Unruhen. Sie wurde bei der Volksabstimmung über die neue Verfassung mit mehr als 90 Prozent der Stimmen als amtierendes Staatsoberhaupt bestätigt.

apn

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