PID-Gegner: Elternglück wird mit Töten erkauft

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Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch.

Berlin - Die Entscheidung, die Präimplantationsdiagnostik in begrenztem Rahmen zuzulassen, schlägt hohe Wellen. Kirchenvertreter sehen darin einen Angriff auf die Menschenwürde.

Nach der begrenzten Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) fürchten die Gegner dieser Gentests an Embryonen gravierende Folgen.

Am Donnerstag hatte der Bundestag für eine begrenzte Zulassung der umstrittenen PID gestimmt. In Deutschland dürfen Paare nun laut Gesetz Embryonen nach einer künstlichen Befruchtung auf Gendefekte testen lassen.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, fürchtet, dass Eltern ihre Kinder nun auswählen, wie er im Deutschlandradio Kultur sagte. Die Gegner der Embryonen-Tests sorgen sich auch, dass sich mit der Entscheidung des Bundestags die PID-Fallzahlen rasch ausweiten werden.

“Ich fürchte, dass die Anwendungen der PID immer weiter zunehmen werden“, sagte Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU) der Rheinischen Post (Freitag). “Wir werden uns die Zahlen und auch die Art der Fälle sehr genau anschauen müssen.“ Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) nannte den Beschluss einen “traurigen Einschnitt für uns und unsere Gesellschaft“. Er befürchtet, nun sei “viel mehr möglich als diejenigen, die ihn verfochten haben, unter dem Stichwort “begrenzte Zulassung“ zugeben wollen“, sagte er der Passauer Neuen Presse.

Unionsfraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) erwartet, dass nun neue Debatten über das Embryonenschutzgesetz losbrechen. “Die Entscheidung ist wie ein Seebeben“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

“Es werden sich sehr bald an vielen Einzelgesetzen Wirkungen zeigen.“ Der CSU-Bundestagsabgeordnete Norbert Geis kritisierte in der Online-Ausgabe der Mitteldeutschen Zeitung, man habe sich mit der Frage, wann menschliches Leben beginnt, nicht hinreichend auseinandergesetzt.

dpa

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