Polenstämmige gründen Partei in Deutschland

Berlin/Warschau - Polenstämmige aus ganz Deutschland wollen eine Partie gründen, die sich vermehrt um die Probleme für Deutsche polnischer Abstammung kümmern möchte. Dazu zählt nicht nur der Unterricht.

Polenstämmige in Deutschland wollen eine Partei gründen. Das kündigte der Berliner Anwalt Stefan Hambura am Freitag in Berlin an. Er wolle um den Status einer nationalen Minderheit für Deutsche polnischer Abstammung, die diese Rechte vor dem Zweiten Krieg besessen hätten, kämpfen, sagte Hambura der Nachrichtenagentur dpa. Ein anderes Ziel sei die stärkere finanzielle Förderung des Polnischunterrichts als Muttersprache für in Deutschland lebende Polen. Die neue Partei soll im Herbst ihre Arbeit aufnehmen. Erster Test sollen die Kommunalwahlen in Berlin werden. Die Partei wolle aber später in ganz Deutschland tätig sei, sagte Hambura.

Den 20. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages bezeichnete Hambura als “trauriges Jubiläum“ für Polenstämmige. Die deutsche Seite habe nicht alle Vertragsverpflichtungen erfüllt. Kritiker des Vertrages sehen eine “Asymmetrie“ in der Behandlung der deutschen Minderheit in Polen und der Polen in Deutschland. Vor knapp einer Woche einigten sich Berlin und Warschau auf mehr Rechte und eine stärkere Finanzierung für Polenstämmige in Deutschland. Deutschland lehnt aber einen Minderheitenstatus für diese Gruppe entschieden ab.

dpa

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