Kippt jetzt das Nachtflugverbot?

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Wird bald bis tief in die Nacht geflogen? Die Politik debattiert über die Aufhebung des Nachtflugverbots.

Frankfurt/Main - Angesichts der anhaltenden Luftraumsperrungen wollen mehrere Bundesländer das Nachtflugverbot vorübergehend aufheben. Wird bald bis tief in die Nacht geflogen?

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer appellierte an die zuständigen Länderminister, flexibel zu reagieren und das Verbot eventuell zeitweise zu lockern, wenn der Luftverkehr wieder freigegeben sei, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag. Baden-Württemberg kündigte eine Lockerung an. Auch Hessen will “mit einer äußerst flexiblen und großzügigen Genehmigung von Ausnahmen reagieren“. Wegen der Zuständigkeit der Bundesländer für die Verwaltung der Flughäfen müssen diese auch über eine Aufhebung des Nachtflugverbots entscheiden.

Am Wochenende waren erste entsprechende Forderungen laut geworden, um nach dem noch nicht absehbaren Ende der Luftraumsperrung eine schnellere Auflösung des Chaos zu ermöglichen. Am Montag schloss sich auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) an: “Angesichts der vielen gestrandeten Fluggäste ist es zwingend erforderlich, dass alle verfügbaren Kapazitäten voll genutzt werden können“, sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann der “Frankfurter Rundschau“. Die Umläufe der Flugzeuge seien durch die Flugverbote ohnehin durcheinandergeraten.

Zwischen 01.00 und 05.00 Uhr weiterhin Ruhe

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Die baden-württembergische Verkehrsministerin Tanja Gönner kündigte an, dass nach einer Aufhebung der Luftraumsperrung der Flugverkehr bereits um 05.00 Uhr statt bisher 06.00 Uhr beginnen können. Die letzten Maschinen sollen bis 01.00 Uhr statt wie bisher bis 23.00 Uhr starten beziehungsweise um 23.30 Uhr landen können. Das Ministerium habe die Regierungspräsidien gebeten, Ausnahmeanträgen generell zu entsprechen. Zwischen 01.00 und 05.00 Uhr solle aber weiterhin Ruhe herrschen und der Flugverkehr grundsätzlich eingestellt bleiben. Die Lockerung soll bis auf Weiteres gelten. Im Flugverkehr herrsche ein Ausnahmezustand, sagte Gönner. Die Abwicklung des Luftverkehrs sei durcheinandergewirbelt. Längere Flugzeiten sollten helfen, Reisende, die teilweise schon mehrere Tage auf Flughäfen gestrandet seien, möglichst schnell nach Hause zu bringen.

Der hessische Verkehrsminister Dieter Posch sagte Handelsblatt Online: “Wir unterstützen alle Maßnahmen nachdrücklich, die die Rückkehr zu einem regulären Flugbetrieb möglichst rasch gewährleisten sobald der Luftraum wieder frei ist.“ Deshalb werde man Ausnahmen äußerst flexibel und großzügig genehmigen. Passagiere in Frankfurt müssten so schnell wie möglich ihre Weiterreise antreten können.

apn

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