Polizei-Gewerkschaft warnt: Linke Gewalt nicht verharmlosen

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Linksgerichtete Autonome gestikulieren am 1. Mai während der traditionellen Demonstrationen im Bezirk Kreuzberg in Berlin vor brennenden Müllcontainern.

Berlin - Die Gewerkschaft der Polizei hat vor einer Verharmlosung linksextremistischer Gewalt gewarnt. Denn: Die brutalen Taten häufen sich.

Wie der stellvertretende Bundesvorsitzende Bernhard Witthaut am Montag mitteilte, stieg die Zahl von Gewalttaten aus dem linken Spektrum dem jüngsten Verfassungsschutzbericht zufolge 2009 um rund 60 Prozent an. Bundesinnenminister Thomas de Maizière will den Bericht am Vormittag in Berlin vorlegen.

Witthaus bezeichnete die Entwicklung als alarmierend. “Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat Autonomen und anderen gewaltbereiten Linksextremisten offenbar Auftrieb gegeben“, sagte er. Leider herrsche aber bis in linksliberale bürgerliche Kreise hinein die Tendenz, linke Gewalt zu verharmlosen. Dabei sei es “dringend notwendig, gegen gewaltbereiten Linksextremismus ebenso breite Bündnisse zu schmieden, wie das gegen die rechte Szene der Fall ist.“

Mai-Krawalle: Bilder der Gewalt

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Witthaut bezeichnete es als bedrückend, wie die linke Szene unter anderem in Internetforen mit dem Sprengstoffanschlag bei der Berliner Demonstration gegen Sozialabbau umgehe, bei dem am 12. Juni zwei Polizisten schwer verletzt worden waren. “Da trieft es von fadenscheinigen Ausreden bis hin zu offener Genugtuung und Schadenfreude“, sagte er. Die linke Gewalt steige seit Jahren insbesondere in Berlin und Hamburg an.

apn

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