Papua-Neuguinea

Polizei stürmt australisches Flüchtlingslager in Manus: "Sie zerstören alles"

Geflüchtete im Auffanglager Manus Island (Papua-Neuguinea): Das UN-Flüchtlingshilfswerk fordert Australien zur Beendigung der humanitären Krise auf. Foto: Refugee Action Coalition
1 von 8
Geflüchtete im Auffanglager Manus Island (Papua-Neuguinea): Das UN-Flüchtlingshilfswerk fordert Australien zur Beendigung der humanitären Krise auf.
Verwüstet: Die Polizei hat mit der gewaltsamen Räumung des aufgelösten Flüchtlingslagers auf der Insel Manus begonnen. Foto: AAP
2 von 8
Verwüstet: Die Polizei hat mit der gewaltsamen Räumung des aufgelösten Flüchtlingslagers auf der Insel Manus begonnen. Foto: AAP
Protestierende Flüchtlinge in einem Lager auf der Insel Manus. Foto: Refugee Action Coalition
3 von 8
Protestierende Flüchtlinge in einem Lager auf der Insel Manus. Foto: Refugee Action Coalition
Flüchtlinge in dem ehemaligen australischen Internierungslager auf der Insel Manus. Foto: Refugee Action Coalition
4 von 8
Flüchtlinge in dem ehemaligen australischen Internierungslager auf der Insel Manus. Foto: Refugee Action Coalition
Flüchtlingslager auf der Insel Manus: Die rund 400 Bewohner wurden aufgerufen, das Lager umgehend zu verlassen. Foto: AAP
5 von 8
Flüchtlingslager auf der Insel Manus: Die rund 400 Bewohner wurden aufgerufen, das Lager umgehend zu verlassen. Foto: AAP
Verwüstung im Flüchtlingslager auf der Insel Manus in Papua-Neuguinea. Foto: Refugee Action Coaltion
6 von 8
Verwüstung im Flüchtlingslager auf der Insel Manus in Papua-Neuguinea. Foto: Refugee Action Coaltion
Die Polizei von Papua-Neuguinea räumt das aufgelöste Flüchtlingslager. Foto: Refugee Action Coaltion
7 von 8
Die Polizei von Papua-Neuguinea räumt das aufgelöste Flüchtlingslager. Foto: Refugee Action Coaltion
Rund 400 Männer harrten in dem Lager ohne Essen, Wasser und Strom aus, nachdem Australien die Einrichtung zum 31. Oktober geschlossen hatte. Foto: AAP
8 von 8
Rund 400 Männer harrten in dem Lager ohne Essen, Wasser und Strom aus, nachdem Australien die Einrichtung zum 31. Oktober geschlossen hatte. Foto: AAP

Australien möchte keine Bootsflüchtlinge im eigenen Land haben. Bei der Räumung eines geschlossenen australischen Auffanglagers in Papua-Neuguinea soll es nun zu dramatischen Szenen gekommen sein.

Sydney - Die Polizei von Papua-Neuguinea hat ein aufgelöstes australisches Flüchtlingslager auf der Insel Manus gestürmt. Dutzende der rund 400 verbliebenen Bewohner seien in Bussen weggebracht worden, berichteten australische Medien.

Über den Vorgang gab es widersprüchliche Darstellungen. Die Männer hätten die Einrichtung "friedlich verlassen", sagte ein Polizeisprecher; er dementierte Berichte, dass bei der Räumung Gewalt angewendet worden sei. Australiens Einwanderungsminister Peter Dutton bestätigte der Nachrichtenagentur AAP, dass eine "kleine Anzahl" Migranten festgenommen worden sei.

Bewohner des Lagers berichteten von gewaltsamen Szenen bei der Stürmung. "Sie zerstören alles", schrieb der iranische Flüchtling und Journalist Behrouz Boochani auf Twitter. "Sie sind sehr aggressiv und stecken all unsere Habseligkeiten in Mülleimer." Boochani gehörte zu den Festgenommenen, wurde aber später wieder freigelassen.

Papua-Neuguinea errichtet gegen Bezahlung ein Auffanglager

Rund 400 Männer harrten in dem Lager ohne Essen, Wasser und Strom aus, nachdem Australien die Einrichtung zum 31. Oktober geschlossen hatte. "Die australischen Steuerzahler haben etwa zehn Millionen (australische) Dollar (rund 6,4 Mio Euro) für eine neue Unterkunft gezahlt und jetzt möchten wir, dass die Leute umziehen", sagte Einwanderungsminister Dutton im Radio 2GB.

Die australische Regierung lehnt es ab, Flüchtlinge aufzunehmen, die versuchen, auf eigene Faust oder mit Hilfe von Menschenschmugglern per Boot auf den fünften Kontinent zu gelangen. Das Nachbarland Papua-Neuguinea erklärte sich gegen Bezahlung dazu bereit, auf der Insel Manus ein Auffanglager einzurichten.

Das oberste Gericht Papua-Neuguineas erklärte das Lager 2016 für illegal. Auch Papua-Neuguinea will die Flüchtlinge nicht auf Dauer aufnehmen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Rockergang „Osmanen Germania“ verboten:  Herrmann feiert „empfindlichen Schlag“ 
Rockergang „Osmanen Germania“ verboten:  Herrmann feiert „empfindlichen Schlag“ 
Asyl-Streit - Reaktion aus Österreich: Erster langer Stau in Bayern
Asyl-Streit - Reaktion aus Österreich: Erster langer Stau in Bayern
Internes Dokument der Bundespolizei deckt auf: Aus diesem Grund scheitert jede zweite Abschiebung
Internes Dokument der Bundespolizei deckt auf: Aus diesem Grund scheitert jede zweite Abschiebung
Donald Trump leistet sich weiteren Queen-Fauxpas – US-Präsident bezeichnet EU als „Feind“
Donald Trump leistet sich weiteren Queen-Fauxpas – US-Präsident bezeichnet EU als „Feind“

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.